Afra Gamoori will ein eigenes Finanzdezernat

SPD Langenhagen stellt ihren 32 Seiten starken „Plan für Langenhagen“ vor

Langenhagen (ok). Die SPD hat ihren Plan für Langenhagen entwickelt und dabei auf eine breite Beteiligung der Bürger gesetzt. Digitale Zukunftskonferenzen, Anregungen auf Postkarten oder der Website von Bürgermeisterkandidatin Afra Gamoori sowie Gespräche mit Multiplikatoren in den Vereinen und Verbänden - alles ist in das 32 Seiten umfassende Wahlprogramm der Langenhagener Sozialdemokraten eingeflossen. Herauskristallisiert haben sich fünf thematische Schwerpunkte, die auch, aber nicht nur in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen: mehr sozialer Zusammenhalt, beste Bildung, bessere Mobilität, mehr Umweltschutz und eine starke Wirtschaft.
"Beim Stichwort des sozialen Zusammenhalts schwebt uns eine Stadt für alle vor", macht der Langenhagener Parteivorsitzende deutlich. Ehrenamt und Gemeinschaft müssen aus Sicht der SPD-Verantwortlichen gestärkt werden, das Wort Respekt müsse wieder an Bedeutung gewinnen. Und die Langenhagener sollen auch weiterhin mit ins Boot genommen werden.
Die Sozialdemokraten wollen die Flughafenstadt zum Bildungsstandort Nummer eins in der Region Hannover ausbauen, vor allen Dingen die Qualität der Bildung müsse stimmen. Digitalisierung, gesunde Ernährung, Sommerschule und lebenslanges Lernen für Erwachsene sind Stichworte, die sich im sozialdemokratischen Wahlprogramm wiederfinden. Auf politischer Ebene soll es einen Digitalausschuss geben.
Beim Thema Mobilität habe es auf den unterschiedlichen Kanälen eine sehr große Beteiligung der Langenhagener gegeben, machen Tim Julian Wook und die Co-Vorsitzende Anja Sander deutlich. Was Bus- und Bahnverbindung sowie den Zustand der Radwege angehe, gebe es noch großen Verbesserungsbedarf. Mehr Menschen müssten dazu gebracht werden, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen, das Ein-Euro-Ticket solle da helfen. Problematisch seien vor allen Dingen die Ost-West-Verbindungen. Tim Julian Wook: „Es kann nicht sein, dass es von Engelbostel zum Hauptbahnhof nach Hannover schneller und reibungsloser geht als ins Langenhagener Stadtzentrum.“ Die SPD will in Sachen Verkehr auch wieder die Diskussion um die Südspange aufleben lassen. Mehr Lärmschutz soll durch verbesserte Technologien erreicht werden.
Konsequent fortsetzen und umsetzen wollen die Sozialdemokraten um ihre Bürgermeisterkandidatin Afra Gamoori den Klimaaktionsplan. Installiert werden soll ein runder Tisch für Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz, Sauberkeit und Müllvermeidung. Afra Gamoori: „Wir sehen Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe an, der mit und nicht gegen die Bürger in Angriff genommen werden soll.“ Viele Bürger empfinden die Stadt nach ihrer Wahrnehmung als dreckig und damit gehe auch ein geringeres Sicherheitsgefühl einher. Die Takte der Reinigung sollen erhöht werden. Sie setze auf Aufklärung und Sensibilisierung sowie auf Kommunikation in leichter und in verschiedenen Sprachen. Aber auch eine Erhöhung der Bußgelder stehe im Raum. An neuralgischen Punkten wie etwa den Bahnhöfen will sie Rauch- und Alkoholverbot durchsetzen sowie die Beleuchtung verbessern. Afra Gamoori plant möglicherweise nach einer Evaluierung, den Ordnungsdienst umzugestalten, will viele Gespräche mit den Mitarbeitern führen. Überhaupt gehe ihr das Mitbestimmungsrecht im Rathaus nicht weit genug, langjährige Mitarbeiter würden oft nicht genug wertgeschätzt. Sie wolle eine andere Art der Unternehmenskultur installieren, das Personal solle gezielter gefördert werden. Afra Gamoori will nach ihrer Amtsübernahme ein eigenes Finanz- und Wirtschaftsdezernat installieren, da gebe es viel Spielraum und noch eine Menge Luft nach oben. Wichtig sei die zusätzliche Akquise von Fördermitteln, dann seien die Mehrkosten für eine weitere Stelle mit B-Besoldung sinnvoll angelegt. Eine weitere Erhöhung der Gewerbesteuer sowie der Grundsteuer werde es mit den Sozialdemokraten nicht geben, sagt der Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Marc Köhler. Im Wesentlichen sollen in der nächsten Legislaturperiode drei große Bauprojekt verfolgt werden: IGS an der Konrad-Adenauer-Straße, IGS Süd sowie Rathausan- und neubau. Ansonsten wird Marc Köhler oft viel zu schnell neu gebaut, sanieren und renovieren müsse wieder in den Vordergrund treten.
Die SPD will noch stärker mit der lokalen Ökonomie zusammenarbeiten, gezielt auf Start-Ups setzen und die auch fördern. Darüber hinaus müsse die Stadt auch wieder mehr von ihrem kommunalen Vorkaufsrecht Gebrauch machen, gerade auch, um den sozialen Wohnungsbau zu forcieren.
Was den Bereich Freizeit angeht, so kommt Afra Gamoori zu dem Schluss, dass der Flughafenstadt die Lebendigkeit fehle. „Wir brauchen eine Dorf- und Festkultur, mehr Events und Gemeinsamkeiten“, sagt Afra Gamoori. Eine Jugenddiskothek sei ein idealer Treffpunkt, damit die jungen Leute sich nicht nach Hannover orientierten.
Darüber hinaus habe eine Stadt wie Langenhagen auch ein Freibad verdient, aber das sei in der momentanen finanziellen Lage sicher nicht darstellbar. Da sind sich die Langenhagen in ihrem „Plan für Langenhagen“ auch einig.