Aktion brachte viele Gespräche

Ophelia demonstrierte am Weltfrauentag mit beschrifteten Würfeln.

Weltfrauentag beim Beratungszentrum Ophelia

Langenhagen. Der internationale Frauentag wurde vom Ophelia Beratungszentrum genutzt, um auf die anhaltende Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Allerdings verzichteten die Mitarbeiterinnen des Beratungszentrums in diesem Jahr auf die traditionelle Rosenaktion im CCL. Stattdessen wurden große Infowürfel aufgestellt, welche die Gewalt an Frauen und Mädchen thematisierten und zum Nachdenken anregten. Außerdem verteilte das Team von Ophelia Flyer, die die Arbeit des Beratungszentrums beschreiben und suchten das Gespräch mit den Passantinnen und Passanten.
In diesem Zusammenhang wurden auch Ergebnisse aus der aktuellen Studie der Europäischen Grundrechteagentur genutzt. Mehr als 42.000 Frauen wurden zu ihren Erfahrungen mit physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt befragt. Das erste Mal stehen damit EU weit vergleichbare und repräsentative Daten zur Verfügung. Laut der Studie erlebt ein Drittel aller Frauen in der EU ab dem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt. 22 Prozent der Frauen erlebten körperliche oder sexuelle Gewalt durch den Partner. Lediglich ein Drittel dieser Frauen wandte sich nach dem schwerwiegendsten Vorfall an die Polizei oder eine andere Organisation, um Hilfe zu suchen. 75 Prozent aller Frauen, die berufstätig sind, gaben an, sexuell belästigt worden zu sein.
Das Ophelia Beratungszentrum erhielt im Jahre 2013 alleine 230 Polizeimeldungen
„häuslicher Gewalt“, von denen 138 der betroffenen Frauen ihren Wohnsitz in Langenhagen haben. Andere Betroffene, die beraten wurden, kommen aus den Gemeinden Wedemark, Burgwedel und Isernhagen. Insgesamt konnte Ophelia 193 Frauen mit ihrem Beratungsangebot erreichen.
Im Unterschied zu herkömmlichen Beratungsstellen mit einer Komm-Struktur, arbeiten diese Beratungsstellen nach einem pro-aktiven Ansatz. Sie erhalten von der Polizei Mitteilung über deren Einsätze bei häuslicher Gewalt, nehmen telefonischen oder schriftlichen Kontakt innerhalb von drei Tagen mit den Geschädigten auf und bieten ihre Hilfe an. Zu den Frauen, die über den pro-aktiven Ansatz den Weg in die Beratungsstelle gefunden haben, kommen zudem 258 Selbstmelderinnen ab 13 Jahren, die verschiedene Formen von Gewalt erlebt haben und das Beratungszentrum Ophelia kontaktiert haben.