„Alles muss raus“

Sven Seidel (links) präsentierte die einzelnen Exponate, die von Auktionator Holger Marckmann an die Liebhaber versteigert wurden. (Foto: C. Wurm)

Café Monopol versteigert Liebhaberstücke

Langenhagen (cow). Bevor die Sanierungsphase offiziell eingeläutet wird und das Café Monopol vorübergehend hausintern in den Räumen des Vereins für Sozialarbeit im Jugendzentrum Quartier bezieht, muss Platz geschafft werden, denn die Lagermöglichkeiten für die alten Einrichtungsgegenstände und Angesammeltes aus den belebten Jahren sind begrenzt. Dies nahmen Sven Seidel, Vorstand Verein zur Förderung von Jugend und Kultur, und sein Team jetzt zum Anlass eine Versteigerung von Liegengebliebenem mit anschließender Abrissparty auf die Beine zu stellen, um gebührend von der traditionellen Kult-Kneipe Abschied zu feiern, ganz nach dem Motto: Der letzte macht das Licht aus.
Einen Tag vorher wurde bereits der bewährte Tresen in seine Einzelteile zerteilt, damit auch dieses Mobiliar bei der Auktion seinen Liebhaber findet. „Das hat schon im Herzen weh getan, den Tresen zu zerlegen“, weiß Seidel, der als Vorstand und langjähriges Mitglied eine besonders emotionale Bindung zum Café Monopol hat.
Für einen Euro Mindestgebot gab es noch das ein oder andere Schnäppchen oder Schätzchen abzuräumen. Ein ganzer Lagerraum voll mit ausrangierten Tischen, Stühlen, Bildern und sogar einer historisch gewachsenen Kronenkorkensammlung, die auf einen Bierkonsum von schätzungsweise fünf Jahren schließen lässt, wurde nach und nach an den Mann oder die Frau gebracht. Und wenn sich kein Käufer für die historischen Gegenstände in mehr oder weniger gutem Zustand fand, hieß es vom Auktionator Holger Marckmann rigoros „Ab in den Container, nichts bleibt mehr stehen.“ Insgesamt kamen stolze 134 Euro an diesem Abend zusammen, die in die Vereinskasse fließen und für die Sanierung gut gebraucht werden können. Holger Marckmann bringt es auf den Punkt: „Bargeld lacht und der Container auf dem Hof wird nicht ganz so voll.“ Bisher wurden bei der Stadt Anträge zur Kostenübernahme für die größten Anschaffungen wie Küche, Tresen und Bühne eingereicht, der Rest müsse allerdings selbst finanziert werde, erklärt Seidel. Daher freue sich der Verein zur Förderung von Jugend und Kultur auch umso mehr über jede zusätzliche finanzielle Unterstützung.
Anfang 2015 beginnen die Sanierungsmaßnahmen und die in die Jahre gekommene Jugendeinrichtung soll innerhalb eines Jahres in neuem Glanz und Charme erstrahlen. Wie genau es mit dem 1986 eröffneten Café Monopol nach dem Umbau weitergeht, stehe noch nicht fest. „Vielleicht gibt es auch einen neuen Namen, wir verschließen uns jedenfalls keiner Idee und sind für neue Konzepte offen. Man muss schauen, was noch zeitgemäß ist. In jedem Ende steckt auch ein Anfang“, so Seidel. Er wünsche sich jedoch, dass aus Gästen auch Teammitglieder werden, denn umso mehr unterschiedliche Veranstaltungen könnten angeboten werden. Das gleiche gelte auch für Musikrichtungen. „Je breiter wir aufgestellt sind, desto interessanter werden wir natürlich auch“, weiß Seidel.