„Als gierige Wirtschaftsbosse dargestellt“

Das IWK-Sommerfest hat sich im Laufe der Jahre zu einer beliebten Veranstaltung im Norden Langenhagens gemausert. (Foto: O. Krebs)

IWK will das Kaltenweider Sommerfest als Organisator abgeben

Kaltenweide (ok). Ein Sommerfest in Kaltenweide wird es in diesem Jahr nicht geben. Zumindest keines, das die Interessengemeinschaft Weiherfeld/Kaltenweide (IWK) federführend organisiert. Es wäre das achte Mal gewesen. Der Vorstand hat nach eigener Aussage die Motivation im vergangenen Jahr verloren, die Wertschätzung habe gefehlt, zu viele Steine seien den Organisatoren durch Bürokratie in den Weg gelegt worden. Apotheker und Vorstandsmitglied Jan Waldhecker kritisiert den Kaltenweider Ortsrat unter Führung von Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky: „Wir wurden als gierige Wirtschaftsbosse dargestellt, die um 2.600 Euro feilschen.“ Vom Ortsrat kamen für das Sommerfest mehr als 2.600 Euro, von der Entwicklungsgesellschaft Langenhagen mehr als 2.500 Euro. Dazu diverse Sponsoren. Letztendlich wurde das Sommerfest mit einem leichten Defizit von etwa 380 Euro abgeschlossen. Die Kritik geht in Richtung des Kaltenweider Ortsrates unter Führung von Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky. Sein Stellvertreter Domenic Veltrup war bei der Jahreshauptversammlung der IWK zu Gast, zeigte sich überrascht von der harschen Kritik. Er sei aber auch erst relativ spät in den Vorgang involviert worden. Er persönlich fände es schade, wenn das Fest nicht mehr stattfände. Denn: „Es hält die Ortsgemeinschaft zusammen und stärkt sie.“ Beim Ortsrat wolle er sich dafür einsetzen, sich nicht nur finanziell, sondern auch mit Manpower einzubringen. Beim Ehrenamt zu sparen, halte er komplett für falsch. Der IWK geht es aber nicht nur ums Geld, das machte sie auf der Sitzung der Jahreshauptversammlung im Margeritenhof deutlich. Nicht nur mit Sponsoren, auch mit Eigenleistung könne viel bewirkt, aber die Organisatoren hätten eben oft das Gefühl gehabt, allein gelassen worden zu sein. Nicht zuletzt beim Sommerfest, wo noch nicht einmal die Gewerbetreibenden ihre Türen geöffnet hätten. Jan Waldhecker: „Ein Verein kann nur funktionieren, wenn man sich beteiligt, sonst geht es an einem vorbei.“ Er und auch andere Mitglieder stellten die Frage nach der Zukunft der IWK – eines Unternehmerverbandes, der als Ursprungsidee die Menschen im Weiherfeld und in Alt-Kaltenweide zusammenbringen wollte. Diese Phase sei jetzt abgeschlossen. Erika Schmitt ging sogar soweit zu sagen: „Wir reiten ein totes Pferd“, sieht keine Zukunft mehr in der IWK. Und Hartmut Gosewisch sagte: „Die nächste Wahl wird über die Zukunft der IWK entscheiden.“ Doch erst einmal machen alle weiter, wenn auch mit gebremstem Schaum. Aktivitäten außer drei Stammtischen, bei denen Ideen für die Zukunft eingebracht werden können und sollen, wird es in 2019 nicht geben. Der Mitgliedsbeitrag wird deshalb für das laufende Jahr auch halbiert. Und beim Sommerfest, das andere Kaltenweider Vereine und Verbände federführend in die Hand nehmen sollen, will sich die IWK auch aktiv einbringen. Aber eben nicht mehr allein,sondern begleitend. Ein erstes Treffen soll am Montag, 11. März, um 18 Uhr im Margeritenhof über die Bühne gehen. Wenn sich dann genug Kaltenweider beteiligen, kann Domenic Veltrups Wunsch nach einem Kaltenweider Sommerfest in diesem Jahr durchaus noch Realität werden. Nähere Infos im Vorfeld gibt es bei Gabriele Gallinat unter der Telefonnummer (0511) 5 44 55 70 oder gabriele.gallinat@tegeler-pflege .de oder bei Dieter Treytnar, Telefon (0511) 71 65 76 57 oder treytnar@antiqua-online.com.
WAL und BBL haben jetzt auf den Bericht im Langenhagener ECHO reagiert, beantragen für die Ortsratssitzung am Dienstag, 5. März, eine Aussprache zum Thema "Sommerfest IWK – wie geht es weiter?". Beginn ist um 19 Uhr im Zelleriehaus.