Alte Klänge in neuen Hallen

Das Kammerorchester Langenhagen gastiert in Bothfeld

Langenhagen. Das Kammerorchester Langenhagen, rund um Hannover bekannt für die trotz überwiegender Laienbesetzung hohe Aufführungsqualität seiner Konzerte, war jetzt erstmals zu Gast im Gemeindezentrum der Freien
Evangelischen Gemeinde in Bothfeld. Wie gewohnt war das Programm sowohl
anspruchsvoll als auch umfangreich, wobei trotz allem Anspruch die Freude
beim Zuhören nicht zu kurz kam.
Eröffnet wurde der Nachmittag mit Mozarts populärem Violinkonzert in A-Dur,
das neben seinem G-Dur-Pendant zu des Meisters beliebtesten Werken dieser
Gattung gehört. Beiden Parteien, Solistin und Orchester, gelang es sowohl
beim perfekten Zusammen- als auch beim Wechselspiel vorzüglich, die gesamte
Dynamik dieses Konzerts - von zartester Lyrik bis hin zu ungezügelter Wucht
- zu entfalten, wobei herausragend gelungen der dritte Satz mit seinem
schmissigen Trio alla Turca geriet.
Gestärkt durch Muffins und andere Köstlichkeiten, ein Geschenk der Gemeinde,
wurde das Publikum nach der Pause in das Zeitalter des Barock entführt,
beginnend mit Telemanns Concerto polonois mit seinen schwungvollen,
tanzartigen Melodien, gefolgt von einem eher unbekannten Oboenkonzert von
Albinoni. Den Höhepunkt des zweiten Konzertteils aber, zumindest für
Liebhaber dieses Instruments, bildete das Cello-Doppelkonzert RV531 von
Antonio Vivaldi. Die Solistinnen Sabine Lauer und Monica Mühleise spielten
die zum Teil raffinierten Rhythmen routiniert und minutiös synchron, auch
zusammen mit dem stets angenehm dezent begleitenden Orchester. Hier scheint
überhaupt bei den Proben besonders viel gearbeitet worden zu sein, denn nie
entstand der - selbst bei rein professionellen Aufführungen mitunter
anzutreffende - Eindruck, dass die Solisten vom Orchester zugedeckt würden.
Den würdigen Abschluss dieses überaus gelungenen Nachmittags bildete ein
Concerto grosso des eher unbekannten Italieners Barsanti, welches im zweiten
Satz mit seiner überraschend fahlen, ganz unbarocken Stimmung zumindest bei
den Kennern dieses Genres zu einigen Aha-Effekten führte.
Der sowohl für Musiker als auch für Zuhörer großzügige Raum sowie die
allseits gelobte Akustik des gut gefüllten Gemeindesaals werden hoffentlich
zusätzlich dazu beitragen, dass dies nicht das letzte Konzert dieses soliden
und spielfreudigen Ensembles dort sein wird.