Alte Pläne bekommen neue Brisanz

Gerätehaus und Container in Konkurrenz um einen Standort

Schulenburg (gg). Just hatte die Stadtverwaltung eine Liste der Standorte veröffentlicht, die für die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern vorgesehen sind. Genutzt werden sollen sechs städtische Grünflächen, eine davon liegt in Schulenburg am Amtsweg neben dem alten Feuerwehrgerätehaus. In Absprache mit der Ortsfeuerwehr reagierte der Ortsrat darauf mit einem eigenen Antrag, der auf dieselbe Fläche abzielt: Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses.
Lutz Döpke (CDU) erläuterte in der Ortsratssitzung am vergangenen Mittwoch: „Seit zehn Jahren soll es für die Ortsfeuerwehr Schulenburg ein neues Gerätehaus geben. Das Grundstück neben dem alten Gerätehaus am Amtsweg wurde eigens dafür von der Stadtverwaltung erworben.“ Ortsbürgermeister Dietmar Grundey verdeutlicht: „Die Zustände im alten Gerätehaus sind schlimm. Umkleide ist im Maschinenraum, für Männer und Frauen gemeinsam. Es gibt keine getrennten Toiletten und Duschen. Derartige Zustände bei einer Privatfirma wären vom Gewerbeaufsichtsamt längst geahndet worden“. Die alten Pläne für den Standort Amtsweg wolle der Ortsrat nun als Alternative zu den bereits bestehenden Gerätehaus-Plänen am Standort Stadtweg (Kombination von Engelbostel und Schulenburg) vorantreiben, da eine Klärung dazu in naher Zukunft nicht in Sicht sei. Dietmar Grundey sieht den Bau des Gerätehauses am Stadtweg als nahezu aussichtslos an, denn das von der Stadtverwaltung betriebene Enteignungsverfahren zum Erwerb des Grundstücks werde sicherlich abgewiesen werden, so seine Auskunft, die er vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg erhalten habe. Lutz Döpke ärgert sich insbesondere über die Informationspolitik der Stadtverwaltung: „Das ist eine Salamitaktik mit Holschuld.“ Er empfiehlt, sich dem Engelbosteler Ortsrat anzuschließen, der hat einen schriftlichen Antrag formuliert, um im persönlichen Gespräch Auskunft zum Sachstand zu bekommen.
Zur Aufstellung von Flüchtlingsunterkünften in Schulenburg ließ der Ortsbürgermeister wissen, dass der Stadtverwaltung alternative Standorte angeboten werden. „Wir sagen ausdrücklich ja zur Unterkunft und Integration in Schulenburg“, betonte er. Einstimmig wurde daher auch zur Aufstellung von Containern votiert, allerdings mit dem Zusatz, dass die Stadtverwaltung diese am Amtsweg kostenträchtig abbauen muss, wenn der Gerätehausbau ansteht.