„Am 31. ist Schicht im Schacht“

Der bisherige Seniorenbeirat ist zurückgetreten und wird nicht wieder kandidieren: Wilfried Ohlendorf (hinten von links), Rüdiger Walter, Dieter Palm; Bärbel Reinhard (vorn von links), Regina Haseler, Rosemarie Bahrke, Christa Röder (Foto: D. Lange)

Letzte Sitzung des Seniorenbeirates in seiner Amtszeit

Langenhagen (dl). Zur letzten Sitzung in seiner Amtszeit kam der Seniorenbeirat Langenhagen vor dem Tag der deutschen Einheit noch einmal zusammen, um letzte Themen abzuarbeiten, wie das Projekt altersgerechtes Wohnen im Baugebiet Dorfstraße in Engelbostel, welches der Seniorenbeirat von Anfang an begleitete. Das Seniorenkino, das von den älteren Menschen in Langenhagen gut angenommen wurde, wird letztmalig am 22. November unter der Regie des noch bis zum 31. Oktober im Amt befindlichen Seniorenbeirats in Angriff genommen. Außerdem sollen die maßgeblich vom Beirat ins Leben gerufenen Maßnahmen zum Thema demografischer Wandel noch in diesem Jahr und mit dem dafür bereitgestellten Budget starten. Im Anschluss an die Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung wurde das Beiratsgremium von der ersten Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch mit launigen Worten und je einem Glas Rathaus-Honig verabschiedet. Dass sie dabei die langjährige Vorsitzende des Seniorenbeirats, Christa Röder, vergaß zu erwähnen, mag ein Lapsus sein, wie er immer mal wieder passieren kann, nichtsdestotrotz aber passt er ins Bild eines recht unharmonischen Endes der Interessenvertretung aller Senioren in Langenhagen. Wie berichtet, soll am 18. Januar 2019 der Seniorenbeirat auf Beschluss des Rates künftig von einer Delegiertenversammlung, bestehend aus Vertretern von rund 43 sozialen Organisationen und Einrichtungen wie der AWO, DRK und anderen, sowie von Mitgliedern der Langenhagener Heimbeiräte neu gewählt werden. Und nicht, wie bisher von allen wahlberechtigten Senioren ab 60 Jahren. Auch soll die Amtszeit nicht mehr vier Jahre betragen, sondern zwei. Hätte sich der Seniorenbeirat mit den geänderten Wahlmodalitäten und der Verkürzung der Legislaturperiode zur Not noch arrangieren können, so stieß die vom Rat der Stadt beschlossene Erweiterung des Beirates um vier Vertreter der Politik nicht nur auf Unverständnis im Seniorenbeirat, sondern auf einhellige Ablehnung. So blieb dem Beirat konsequenterweise nur der geschlossene Rücktritt. Die Mitgliedschaft von vier Ratsmitgliedern im Seniorenbeirat, wenn auch ohne Stimmrecht, stellt aus Sicht des Beirats den nicht hinnehmbaren Versuch der politischen Einflussnahme auf seine Arbeit dar. „Wenn die Politik mit am Tisch sitzt, ist ein Seniorenbeirat, wie andere Beiräte auch, weder parteipolitisch neutral noch unabhängig“, ist Christa Röder überzeugt. Eine Mitgliedschaft im Landesseniorenrat sei damit ebenfalls nicht mehr möglich, denn dessen Satzung schließe eine Beteiligung der Politik aus. Was bedeutet, dass die für eine effektive Arbeit des Beirates so wichtige Vernetzung unnötig eingeschränkt und vom neuen Seniorenbeirat erst mühsam wieder aufgebaut werden müsse. Röder erinnerte in einem offenen Brief an den Rat der Stadt unter anderem an die Einhaltung seiner eigenen Satzung, wonach Ratsmitglieder kein Mitglied im Seniorenbeirat sein können. Röder zieht nach acht Jahren als Vorsitzende des Seniorenbeirats eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Die Liste dessen, was der Beirat in dieser Zeit für die Senioren in Langenhagen erreicht hat, ist lang und umfasst die verschiedensten Themen und Aktivitäten, die im Zeichen des demografischen Wandels als auch der immer wichtiger werdenden Inklusion für die älteren Menschen von Belang und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.