Angriffslust flammte nur leicht auf

Die politischen Vertreter stellten sich den Fragen der Schüler: Joachim Balk (FDP), Jens Mommsen (BBL), Tim Julian Wook (SPD) die Moderatorinnen Leonie und Inya, Domenic Veltrup (CDU), Alexander Cordes (Grüne), Felicitas Weck (Linke) und Andreas Eilers (WAL). (Foto: O. Krebs)

Gymnasium: Handzahme Diskussionsrunde der poltischen Gruppierungen

Langenhagen (ok). Schulleiterin Silke Kaune war am Ende der Diskussionsrunde mit Fraktionsvorsitzenden und politischen Vertretern von im Rat vertretenen Parteien verwundert über das "antiquierte Bild des Gymnasiums", das in der Runde gezeichnet worden sei. Die Veranstaltung sei extra nicht gestreamt worden, weil es eben ein Termin für die Schüler und keine Wahlkampfveranstaltung gewesen sei. Und wie eine Wahlkampfveranstaltung kam das Beisammensein auch nicht daher, vielmehr wurden die Fragen der Schüler -etwa zu den Themen Klimaschutz, poltische Partizipation Jugendlicher, Digitalisierung oder auch Covid 19 - brav abgearbeitet und beantwortet. Nur an einigen Stellen flammte eine Spur Angriffslust auf, vor allen Dingen zwischen den Protagonisten Tim Julian Wook (SPD) auf der einen sowie Jens Mommsen (BBL) und Andreas Eilers (WAL) auf der anderen Seite. Vor allen Dingen bei der Diskussion um die Wahlplakate, bei der Eilers und Mommsen Wook vorwarfen, die Stadt zuzukleistern und auf der anderen Seite Umweltschutz zu predigen. Wook konterte mit "Populismus pur", die Plakate seien durchaus recycelbar. Ansonsten ging es doch recht handzahm zu, in vielen Punkten - gerade in Sachen Klimaschutz - gebe es viele Übereinstimmung. Ist das Klimapaket doch auch einstimmig verabschiedet worden. Jetzt Mommsen nutzte die Runde für einige verbale Spitzen gegen die Verwaltung und ging auf die aus seiner Sicht drastische Verschuldung ein. Und auf vermeidbare Verzögerungen, das Thema Neubau der IGS hätte aus seiner Sicht schon viel eher in trockenen Tüchern sein müssen. Jetzt stiegen die Baukosten immens, und Handwerker seien am Markt auch schwer zu bekommen.Der Sanierungsstau liege in Langenhagen bei 650 Millionen Euro. Beim Thema waren sich die Runde, zu der noch Domenic Veltrup (CDU), Alexander Cordes (Grüne), Joachim Balk (FDP) und Felicitas Weck (Linke) gehörte, einig, dass auf jeden Fall eine Menge passieren müsse und das ziemlich schnell. Domenic Veltrup machte aber auch deutlich, dass eine I-Pad-Schule, wie die IGS Süd es werden will, in der Grundschule nicht auf Block und Bleistift verzichten werde.Alle Vertreter betonten, dass das Gymnasium seinen festen Platz in der Langenhagener Schullandschaft habe. Für Joachim Balk und Jens Mommsen ist es eine IGS zu viel im Stadtgebiet, sie hätten sich den Erhalt der Robert-Koch-Realschule gewünscht. Ganz im Gegensatz zu Tim Julian Wook und Felicitas Weck, die sich komplett für das integrierte Schulsystem aussprechen. Über die Beteiligung Jugendlicher waren sich auch wieder alle einig, die Frage sei eben nur, auf welche Art und Weise. Etwa über ein Parlament mit Mitspracherecht oder den herkömmlichen Weg mit Einwohnersprechstunden in Sitzungen. Andreas Cordes sprach sich für Ganztagsbetreuung aus, Andreas Eilers widersprach diesem Ansinnen vehement. Die Eltern müssten die Wahl haben. Die haben im September erst einmal die Wähler, aber egal, wie die Mehrheiten aussehen, viele Beschlüsse fallen trotz der poliitschen Differenzen dann doch gemeinsam.