Anhänger blitzt nach Ostern Temposünder

Mirko Heuer lässt sich von Fachmann Uwe Lehmann (rechts) die aufwändige Technik erläutern. (Foto: O. Krebs)

Stadt investiert rund 140.000 Euro in Geschwindigkeitskontrolle

Langenhagen (ok). Er wiegt 1,3 Tonnen, steht zwar unscheinbar am Straßenrand, sorgt aber demnächst für teure Fotos im Langenhagener Stadtgebiet. Wobei Bürgermeister Mirko Heuer deutlich macht, dass nicht die zusätzlichen Einnahmen, sondern die Prävention in Sachen Verkehrssicherheit entscheidend sind. Rund 140.000 Euro hat die Stadt Langenhagen in eine Semi-Station - im Volksmund Blitzeranhänger genannt - investiert. Sie soll nach Ostern regelmäßig an einem der etwa 100 Kontrollpunkte im Stadtgebiet aufgestellt werden, wo die Kommune zusammen mit der Polizei in der Vergangenheit Raser an Unfallschwerpunkten ausgemacht hat. "Leider haben unsere 20 Verkehrs-Displays, die auf die Geschwindigkeit hingewiesen haben, nicht bei allen die gewünschte Wirkung erzielt", sagt Bürgermeister Mirko Heuer. In Langenhagen seien die neuralgischen Punkte klar: vor Schulen, in 30er-Zonen sowie auf den Hauptverkehrsadern Walsroder Straße, Reuterdamm und Theodor-Heuss-Straße und auch auf der Konrad-Adenauer-Straße und natürlich in den Ortsteilen. Start ist in Kaltenweide. Die Regularien für die Platzierung des Anhängers der Firma "Vitronic" sind klar festgelegt, die Semi-Station muss mindestens 150 Meter vom nächsten Verkehrsschild oder vom Ortsschild entfernt stehen. Etwa 70 Meter vor dem ankommenden Fahrzeug beginnt die Messung, rund 15 Meter davor löst der Blitz aus. Uwe Lehmann, im Langenhagener Rathaus für die Messungen zuständig: "Wir können über vier Fahrbahnen registrieren und somit auch die Überholer erfassen." In der 30er-Zone wird ab 41 Stundenkilometer gemessen, in der 5oer ab 61 Stundenkilometern. Die Toleranz betrage jeweils drei Stundenkilometer. Manchmal würden aber auch zweifelhafte Rekorde erreicht. So kann er von einem Fahrer berichten, der mit 115 Stundenkilometer bei erlaubten Tempo 50 unterwegs war oder gar mit 90 bei zulässigen 30 Stundenkilometern in der Niedersachsenstraße. Sollten in Langenhagen viele Autofahrer versuchen wollen, solche "Höchstleistungen" anzupeilen, wird sich das Gerät namens "Vitronic" schnell amortisiert haben. Die Buß- und Verwarngelder gehen je zur Hälfte an die Kommune und die bearbeitende Region Hannover. Übrigens: Für Ende des Jahres ist der Kauf eines zweiten Blitzeranhängers geplant, sodass Verkehrssünder dann auf doppelte Art und Weise rund um die Uhr nicht mehr sicher sein können.