Anlaufstelle für Mütter behinderter Kinder

Setzen sich für jedes ungeborene Kind ein (von links): Birgit Karahamza, Marisol Gindorf, Ganda Zio, Petra Zio und Dündar Karahamza.Foto: D. Lange

Neue Selbsthilfegruppe bei KALEB ins Leben gerufen

Langenhagen (dl). In den Räumen des eingetragenen Vereins „Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren (KALEB)" in der Niedersachsenstraße 44 trifft sich am kommenden Donnerstag, 24. November, das erste Mal eine neu gegründete Selbsthilfegruppe für Schwangere sowie Mütter und Väter mit Kindern mit Down-Syndrom. Marisol Gindorf und Petra Zio, die Initiatorinnen der Gruppe, haben beide je ein Kind mit Down-Syndrom und wollen ihre eigenen Erfahrungen an andere betroffene und auch werdende Mütter weitergeben. Sie sagen: “Schwangere Frauen, die vom Arzt erfahren, dass bei ihrem Kind Trisomie 21, also das Down-Syndrom, diagnostiziert wurde, aber auch die Mütter, die damit erst nach der Geburt konfrontiert werden, erfahren dabei mitunter sogar von Ärzten und Hebammen Ablehnung und Unverständnis. Dabei stehen die Mütter zuerst selbst unter Schock, und Viele fühlen sich mit der Aussage allein gelassen." Sie wüssten nicht, wie der Partner, die Familie und die Umwelt darauf reagierten und wo sie Unterstützung finden könnten. Die Selbsthilfegruppe soll eine Anlaufstelle sein, um Müttern zu helfen, sich zu orientieren und um ihnen Hilfe und Beratung in allen wichtigen Fragen anzubieten. Und: "Außerdem möchten wir die schwangeren Frauen dazu ermutigen, ihr Kind trotz dieser für sie am Anfang schockierenden Diagnose nicht abtreiben zu lassen“, so die beiden Initiatorinnen überzeugt. Dass derartige Diagnosen auch einmal falsch sein können, zeigt das Beispiel von Yildiz Gündüz. Ihre kleine Tochter Dilara ist mittlerweile 13 Monate alt und trotz gegenteiliger Prognose ein völlig gesundes Kind.
Die Leiterin und Gründerin des Vereins KALEB, Birgit Karahamza, weiß aber auch, dass die Diagnosemöglichkeiten bereits zu Beginn der Schwangerschaft immer besser würden und daher 95 Prozent aller Kinder mit diagnostizierter Trisomie 21 abgetrieben würden. Wer sich in solch einer Situation dennoch für das Kind entscheide, stoße oft auf Unverständnis.
Informationen zur neuen Selbsthilfegruppe bei KALEB gibt es unter der Telefonnummer (0176) 75 55 54 01.