Auf der Suche nach dem Glück

„Du bist ein Schatz!“ Sicher hat man das auch schon zu Ihnen gesagt. Und wie ging es Ihnen damit? Sicher ist „das wie Öl heruntergegangen“! Diese Aussage hat Ihnen gut getan, denn wer möchte nicht ein Schatz, eine Perle sein?! Das geht Kindern und Erwachsenen so.
Kinder haben fast immer einen geheimen Schatz; Erwachsenen geht es ähnlich. Dieses Lob „Du bist ein Schatz!“, macht glücklich. Jeder ist doch auf der Suche nach ein bisschen Glück. Da wird in der Erde gegraben was das Zeug hält um einen Schatz zu finden, da machen sich Menschen auf in ein fremdes Land um dort ihr Glück zu suchen oder spielen Woche für Woche Lotto, immer in der Annahme, einen großen Schatz und das Glück des Lebens zu finden. Mancher hat vielleicht das große Glück seines Lebens gefunden – mancher ist aber bitter enttäuscht worden. Wie aber verhält sich ein Mensch, der das große Glück seines Lebens gefunden hat? Er wird alles dransetzen, um dieses Glück zu behalten, um sicherzustellen, dass es nicht im nächsten Augenblick wieder zerrinnt. Darin sind alle Menschen gleich, sie wollen glücklich werden. In Amerika ist das Streben nach Glück sogar in der Verfassung verankert; jeder Staatsbürger hat das Recht, sein Glück zu suchen. Die Suche nach dem Glück verbindet tatsächlich alle Menschen, Gläubige und Ungläubige, Realisten und Romantiker. Der einzige Unterschied liegt darin, dass sie sich unter Glück ganz Unterschiedliches vorstellen.
Für die einen bedeutet Geld das große Glück, für einen anderen Haus und Garten, wieder für andere der Beruf oder die große Liebe… All das kann natürlich Reichtum sein. Ich muss unweigerlich daran denken, was denn wohl mein geheimer, verborgener Schatz war und ist – denn wir haben ja alle einen solchen Schatz.
Meinen Schatz würde ich eher als den „inneren Schatz“ bezeichnen, der sich in meinem Leben auswirkt: Glaube, Hoffnung und Mut, Sehnsucht und Liebe. Manchmal ist dieser Schatz tief verborgen und kann nur schwer gehoben werden, besonders dann, wenn die äußeren Umstände hinderlich sind. Manchmal nehme ich wahr, wie die Freude geradewegs aus diesem Schatz entspringt. Mit dem Himmelreich, dem Reich(-tum) Gottes, verhält es sich geradeso wie mit einem verborgenen Schatz: Es ist ein Teil unseres inneren, geheimen Schatzes – ja, es ist seine eigentliche Quelle. Mein Schatz ist nicht vergänglich, nicht käuflich, die Motten fressen ihn nicht auf… Mein Schatz ist eine kostbare Perle: ich weiß, dass ich von Gott geliebt werde. Gibt es einen größeren Schatz als diesen? Und wenn dann jemand zu mir sagt: „Du bist ein Schatz!“, dann bestätigt sich für mich, dass die Liebe die Gott mir schenkt, sichtbar wird bei meinem Nächsten. Buddeln Sie doch mal in Ihren Schätzen, die Gott Ihnen geschenkt hat. Es lohnt sich. Überall wo das geschieht, wird ein Stück vom Reich(-tum) Gottes in dieser Welt sichtbar.
Karla Lüddecke, Gemeindereferentin