Auf der Suche nach Tiefen und Untiefen

Die Schwimmerinnen und Schwimmer der DLRG ergründen zeitgleich mit einigenTauchern den Grund des Silbersees nach Tiefen und Untiefen. (Foto: L. Schweckendiek)

DLRG läuft den Silbersee nach Sicherheitsproblemen ab

Langenhagen. Nach zwei Badeunfällen zur Saisonhalbzeit zieht die DLRG Langenhagen am Silbersee Konsequenzen – und startet eine Sicherheitsfeststellung. Am Sonntag, 29. Juli, zieht eine Gruppe SchwimmerInnen und TaucherInnen los, um den Seegrund zu überprüfen. „Wir machen uns auf die Suche nach Tiefen und Untiefen. Wo gibt es auf dem Seegrund Löcher, vielleicht sogar Kanten bei denen es besonders tief ins Wasser geht? Wo finden wir Sandbänke?“ erläutert Frank Berkemann, Pressesprecher der DLRG.  Auch wenn den Schwimmenden zu jeder Zeit bewusst sein sollte, dass ein See kein Schwimmbad, der Untergrund also keineswegs ebenerdig sei, liegt den Rettern der DLRG daran, Badeunfälle zu vermeiden. Und auch die Stadt Langenhagen hat ein Interesse daran, das Schwimmen am Silbersee sicherer zu machen. Carsten Hettwer vom Stadtbaurat Langenhagen beteiligt sich selbst am Ablaufen der Fläche, auf der seit Beginn des Sommers zwei Nichtschwimmer verunglückten. „Wir erhoffen uns heute vor allem Erkenntnisse über den Zustand des Seegrundes. Über die Konsequenzen werden wir im Nachhinein sprechen“, so Hettwer. Rettungsdienst, DLRG, die HauptnutzerInnen des Silbersees und Politik – an einem runden Tisch soll nun entschieden werden, wie mit den gefundenen Sicherheitslücken umgegangen wird. Denn tatsächlich – schon nach einigen Metern sackt der erste Schwimmer bis zum Hals ins Wasser ab. Eine Tiefe, die besonders für Kinder und NichtschwimmerInnen tödlich sein kann. Berkemann und die DLRG starten nach der Sicherheitsbegehung bereits mit einigen Ideen in die Verhandlungsphase: „Der gefährliche Strandabschnitt ist zwar kein gekennzeichneter Nichtschwimmerbereich, wir wollen aber trotzdem für Sicherheit sorgen. Kleinere Löcher sind durchaus mit Sand füllbar, doch große Kanten an denen es abrupt tiefer in den See hinein geht können wir nicht bearbeiten. Für den Rest der Saison würden Schilder mit Piktogrammen helfen, das Unfallrisiko zu minimieren. Langfristig können wir dann bis zur nächsten Saison planen, wie es mit dem Strandabschnitt weiter geht.“ Er setzt bei der Sicherheit von Badegästen jedoch auch auf Selbstverantwortlichkeit. „Wir sehen immer wieder Kinder im Wasser spielen, deren Eltern weit weg sitzen, womöglich noch auf das Smartphone schauen. Das ist sehr unverantwortlich und darf nicht passieren. Wir wünschen uns, dass die Gäste auch selbst auf sich und ihre Kinder aufpassen.“ Für die Notfälle bemüht sich das ehrenamtliche Team aber, so oft wie möglich vor Ort zu sein. „Der warme Sommer ist natürlich eine Herausforderung für uns. Wir alle arbeiten oder gehen zur Schule und machen die Seerettung ehrenamtlich. Dieses Jahr ist unser Dienst natürlich wegen des Wetters besonders gefragt und wir bemühen uns, dem nachzukommen.“ Schon 3.400 Wachstunden verbrachten die Mitglieder diesen Sommer am See – und das bereits nach der Hälfte der Saison. „Im letzten Jahr waren es in der Gesamtsaison gerade einmal 4.000 Stunden. Über die werden wir am Ende dieser Saison weit hinaus kommen.“ Für die Badegäste gilt: flattert die DLRG-Fahne gemeinsam mit der rot-gelben Fahne neben dem Wachturm, ist ein Wachdienst vor Ort. Eine gelbe Fahne bedeutet das Baden auf eigene Gefahr, die rote Fahne ein absolutes Badeverbot. „Immer, wenn die Tür zum DLRG-Haus offen steht gilt aber, ganz ungeachtet der Fahnen: Wir sind jeder Zeit ansprechbar und helfen wo wir können.“ betont Berkemann.