Auf die Gedanken der Kinder einlassen

Das Programm KoAkiK hat das Kaltenweider Kita-Team unglaublich gestärkt.

Kaltenweider Kita hat sich mit kognitiver Aktivierung auf den Weg gemacht

Kaltenweide (ok). „Wir legen den Grundstein für alles.“ Ein Satz, mit dem die langjährige und erfahrene Kita-Leiterin Andrea Plecksnies den Nagel genau auf den Kopf trifft. Die ersten sechs Lebensjahre sind entscheidend für die kindliche Entwicklung; eine Erkenntnis, die in der Gesellschaft an vielen Stellen aber noch nicht angekommen ist. Die Kita in Kaltenweide, die für viele Neuerungen offen ist, hat sich intensiv mit dem Programm KoAkiK beschäftigt. Das Team der Kita Kaltenweide hat sehr erfolgreich an dem Projekt der Leibniz Universität teilgenommen. Es handelt sich um ein Verbundprojekt der Leibniz Universität Hannover, der MHH und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. KoAkiK – sechs Buchstaben, die für kognitive Aktivierung in inklusiven Kitas stehen. Es sei wichtig, Kinder zu aktivieren, sich auf ihre Gedanken einzulassen und gemeinsam auf den Weg zu machen. „Offene Fragen sind wichtig, damit die Kinder ins Erzählen kommen“, sagt Chaline Klinger. Der Erzieherin hat der Prozess in Studientagen und Prozessbegleitungen nach eigener Aussage eine Menge gebracht, sie enorm in ihrer Sichtweise und im Umgang mit den Kindern gestärkt. Dazu habe auch beigetragen, dass das Ganze von der Universität wissenschaftlich begleitet und gefilmt worden. Das wertschätzende Feedback habe für den Alltag sehr geholfen, die Konzepte zur Lernunterstützung seien sehr sinnvoll. „So, wie ich fühle, denke ich und handle ich“, sagt Andrea Plecksnies. Eigene Denkprozesse müssen beim Kind angeregt und aktiviert werden. Die Gedanken des Kindes sollen verbalisiert und in einen Dialog überführt werden. Kindliche Bildungsprozesse im Alltag sollen unterstützt werden, beispielsweise im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Auf keinen Fall darf alles vorgegeben werden; die Kita habe ja auch einen Bildungsauftrag. Chaline Klinger hat besonders gefallen, dass sehr stärkenorientiert und wertschätzend vorgegangen worden sei. Fachberaterin Stephanie Emmel ergänzt: „Die Erzieherinnen sollen lernen, die Stärken und Entwicklungspotenziale bei den Kindern auszuschöpfen, sich etwas zu trauen und vor allen Dingen in die Tiefe zu gehen.“ Bildung entstehe nur durch Bindung und Beziehung, so das Credo von Andrea Plecksnies. Vertrauen müsse geschaffen werden, Erzieher und auch Eltern Vorbilder sein. Viele der Mütter und Väter waren zu der Infoveranstaltung gekommen, wollten gern auch Anregungen für den Alltag zu Hause haben. Auch der stellvertretende Kaltenweider Ortsbürgermeister Andreas Eilers, der als einziger Politiker gekommen war, fand die Veranstaltung richtig gut, interessant und informativ. Wie soll es weitergehen? Stephanie Emmel und Andrea Plecksnies treten als Multiplikatoren auf, wollen die Inhalte des Konzeptes in die anderen Langenhagener Einrichtungen tragen. Das stehe für die Bildungsverantwortung, für die die städtische Kita Kaltenweide mit ihrem situationsorientierten Ansatz stehe und sich schon das ein oder andere Mal als so genannte Leuchtturmkita herauskristallisiert habe.