Auf die Kleinsten kommt es an

Die Bundestagsabgeordnete Caren Marks schaute sich interessiert in der Kita Stadtmitte um.Foto: D. Lange

Sprachförderung als zentrale Aufgabe in den Kitas und den Krippen

Langenhagen (dl). Mit der Initiative „Offensive frühe Chancen“ hat die Bundesregierung ein Programm zur frühkindlichen Sprachförderung aufgelegt. Dazu stellt der Bund von 2011 bis 2014 zusätzliche Mittel in Höhe von 400 Millionen Euro bereit. Die Kindertagesstätte Stadtmitte in der Konrad-Adenauer-Straße beteiligt sich an diesem Bundesprojekt als Schwerpunkt-Kita für Sprache und Integration, wodurch der Kita die Einrichtung einer zusätzlichen halben Stelle für eine Erzieherin für Sprachförderung ermöglicht wird. „Sprache ist entscheidend, deshalb sei es notwendig, so früh wie möglich mit der Förderung zu beginnen, damit alle „die gleiche Sprache sprechen“, so die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei der Vorstellung der Initiative. So wichtig ein solches Förderprogramm auch ist, denn die Sprachförderung und damit die Sprachentwicklung sind der Schlüssel zur Bildung und Integration. Beim genauen Hinsehen werden aber auch die Schwachstellen dieses Programms deutlich. Um sich über die Teilnahme der Kita an dem Bundesprogramm zu informieren, hatte die Bundestagsabgeordnete der SPD, Caren Marks, zu einem Gespräch in der Kita Mitte eingeladen, an dem neben Bürgermeister Friedhelm Fischer auch Heidi von der Ah vom Fachbereich Familie und Jugend, die Leiterin der Kita, Ute Fahrenholz-Teuber, und die Erzieherin für Sprachförderung mit einer halben Stelle in der Kita, Iris Schömburg, teilnahm. Caren Marks ist in ihrer SPD-Bundestagsfraktion die Sprecherin für Jugend und Familie, und sie kritisiert die mangelnde Nachhaltigkeit des Bundesprogramms, denn über 2014 hinaus gebe es keine weiteren Pläne das Bundes wegen einer Fortführung, obwohl doch auch danach der Bedarf an Sprachförderung in den Kitas weiterhin bestehen bleibe. Ähnliches gelte für den weiteren Ausbau der Krippenplätze. Dazu komme eine mangelnde Koordinierung sowie die Befristung solcher und ähnlicher Programme des Bundes und der Länder, die häufig auf ein Jahr angelegt seien. Für Ute Fahrenholz-Teuber, die Kita-Leiterin, wird dies zunehmend zu einem Problem angesichts des Fachkräftemangels, der auch in diesem Bereich spürbar wird. „Gute Leute sind kurzfristig nicht zu bekommen." Die unzureichende Bezahlung und ganz allgemein die mitunter fehlende Wertschätzung der Arbeit der Erzieherinnen in den Kitas werden dafür als Gründe genannt. Mittlerweise gingen auch die Grundschulen mehr und mehr dazu über, Kurse zur Sprachförderung für Kinder im Vorschulalter anzubieten. Allerdings zu Zeiten, wo viele der berufstätigen Eltern Schwierigkeiten hätten, ihre Kinder dort hinzubringen und auch wieder abzuholen. „In diesem Zusammenhang muss endlich einmal auch der Aspekt der Flexibilisierung neu definiert werden“, fordert die Abgeordnete Caren Marks, „nicht nur im Verhältnis Arbeitnehmer/Arbeitgeber, sondern vor allem im Sinne der Kinder."
Iris Schömburg, die in der Kita Mitte als Erzieherin für Sprachförderung arbeitet und dort eine durch das Förderprogramm bereitgestellte halbe Stelle hat, sagt, „dass sie eigentlich zu wenig Zeit hat, um an den für sie im Grunde wichtigen Tagesplanungen teilzunehmen und sich mit den anderen Erzieherinnen auszutauschen." Andererseits sei aber das Förderprogramm so ausgelegt, „dass die Fachkräfte in den Kitas als Multiplikatoren wirken sollen, um ihr Wissen an die Erzieherinnen weiterzugeben und sich dadurch quasi selbst wegrationalisieren“, sagte Kita-Chefin Fahrenholz-Teuber.