Auf ein Wort - alles wird gut

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ (Pred 3,1) oder „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ (Kohelet 3,1)
Fast ein Jahr – immer wieder Einschränkung: Maskenpflicht, Ausgangssperre, Inzidenzwert, keine Kinos, keine Theater, keine öffentlichen Konzerte, keine spontanen Treffen mit Freundinnen und Freunden, keine gefüllten Kirchen, keine Oper, kein Schauspiel, die meisten Geschäfte geschlossen, Homeoffice, Homeschooling, Abi unter erschwerten Bedingungen, überfüllte Intensivstationen, Mangel an Pflegepersonal, vereinsamte alte Menschen, Besuchsverbote, Mindestabstand, Corona Schnelltest, Impfung, Mutation, Licht im Tunnel, 50876 (Stand: 22.01.2021) „Coronatote“, Trauerarbeit ohne Abschied, Hotspot, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Depressionen, die Wirtschaft am Tropf, das Leiden der Kinder, die Bildungslücke, …
Ich habe da nur einiges aufgezählt, was mir spontan eingefallen ist, was ich im letzten Jahr erlebt, erfahren oder gehört habe. Gut geht es uns nicht. Gut geht anders.
Fast ein Jahr – immer wieder Aufbrüche: Musiker kommen zusammen um online zu musizieren. Kinder spielen vor dem Altenheim. Die Sternsinger bringen in Tüten den Segen. Die Menschen danken den Medizinern und den Krankenschwestern und -pflegern. Online ist die neue Begegnungsplattform, die Kontakte herstellt. Gottesdienste werden gestreamt, die Abendandachten sind online. Telefonseelsorge und „Worte der Zuversicht“ werden jenen angeboten, die keinen Zugang zum Internet haben. Briefe werden geschrieben und in den Altenheimen verteilt. Die Künstler schließen sich zusammen, um auf ihre Not aufmerksam zu machen. Es gibt schnelle, finanzielle Unterstützen seitens des Staates. Wir rücken online und gefühlsmäßig zusammen – als eine Schicksalsgemeinschaft. Selbst wer querdenkt geht langsam wieder gerade. Solidarität wo immer ich hinschaue.
Und am Ende der tröstliche Satz: „Und alles Vorhaben unter dem Himmel, hat seine Stunde“. So hole ich Luft, solidarisiere mich mit denen, die nach Luft schnappen, und weiß: Es gibt ein Ende. Halten wird durch!
Michael Habel, Gemeindereferent der katholischen Liebfrauengemeinde/Zwölf Apostel