Aufklärung und Enthüllung

Guernica-Ausstellung löst Schatten der Militärgeschichte

Langenhagen (gg). „Aufmarschrampe für den Zweiten Weltkrieg“, nennt IGS-Schulleiter Wolfgang Kuschel den Fliegerhorst in Evershorst im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Die Vernichtung von Guernica“. Wenig bekannt ist, dass deutsche Elitetruppen des NS-Regimes aktiv im Spanischen Bürgerkrieg vor 75 Jahren beteiligt waren. Nach der Ausbildung in Langenhagen wurden sie in Italien stationiert und flogen von dort aus den Luftangriff auf Guernica im Baskenland, Inbegriff des Verbrechens an der Zivilbevölkerung. Guernica wurde zum Symbol für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges, Pablo Picasso malte unter dem Eindruck dieses Ereignisses sein wohl bekanntestes Bild mit gleichem Namen. „Regionale Geschichtsschreibung wird nur dann sinnvoll betrieben, wenn überregionale Vorgänge und Strukturen mit einbezogen und reflektiert werden. Die Beschränkung auf die eigene Region, wie sie in der Heimatkunde immer noch vorherrscht, muss zwangsläufig zu Fehlinterpretationen führen“, sagt Hubert Brieden. Der Historiker engagiert sich im Verein Arbeitskreis Regionalgeschichte und betreibt Geschichtsforschung. Die Dokumentationen des Arbeitskreises zur Regionalgeschichte ecken an. „Recherchen in Archiven sind behindert worden, trotz Verweigerung und Tabuisierung kommt die Wahrheit doch heraus“, sagt Brieden. „Im Bereich der Militärgeschichte konnte ein intensives Hinterfragen in den 70er Jahren noch persönliche Folgen haben“, erwähnt Brieden, beiläufig im Gespräch mit dem ECHO, zu seinem Werdegang als Pädagoge, den er wegen eines amtlichen Berufsverbots beenden musste.
Durch die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen IGS-Schüler Tim Rademacher hat Brieden seine Geschichtsforschung zu den Fliegerhorsten Delmenhorst und Wunstorf mit Fotomaterial zu Evershorst ergänzen können. Rademacher bietet am 10. März von 14 bis 16 Uhr einen Radrundfahrt zu den Überresten des Fliegerhorstes an, Treffpunkt ist das Feuerwehrhaus in der Konrad-Adenauer-Straße. Der Langenhagener Verein für internationale Jugendbegegnungen bietet interessierten Schülern eine Exlursion nach Guernica vom 22. bis 27. April an. Michael Stricklung, Lehrer für Geographie und Englisch an der IGS, ist im Vorstand des Vereins und arbeitet mit seiner Kollegin Mechthild Dortmund, Lehrerin für Spanisch und Deutsch, zusammen, die sich für die Ausstellung in der IGS eingesetzt hat. Für die Exkursion nach Guernica sind noch Plätze frei. Informationen gibt es im Internet: www.jugendbegegnungen-langenhagen.de.