Aufräumen dringend geboten

Ein schöner Stein und ein hoher Zaun, ohne Eingangstor, sowie eine merkwürdig gemischte Pflanzung gehören derzeit zum Freundschaftshain. (Foto: G. Gosewisch)
 
Im Lauf der Jahre sind mehrere gespendete Bäume eingegangen und mit anderen Arten ersetzt worden. (Foto: G. Gosewisch)

Freundschaftshain braucht neues Konzept

Kaltenweide (gg). Der Freundschaftshain an der Pfeiffengrasstraße, Ecke Altenhorster Straße, bietet kein repräsentatives Bild. Zwar gibt es eine stilvolle Markierung, ein Sandstein mit Inschrift, aber die rund 50 Bäume in einer Einzäunung lassen den interessierten Spaziergänger nicht ahnen, dass es sich um einen Ort mit hohem Symbolcharakter handeln soll.
„Der Freundschaftshain wurde vom Verein `Hilfe für das junge Leben` im August 2009 errichtet“, berichtet der Vorsitzende Željko Dragić. Derzeit gab es ein aktives Engagement für kulturellen Austausch zwischen Langenhagen und der bosnischen Gemeinde Bijeljina – das besteht bis heute. Ein sichtbares Zeichen der freundschaftlichen Beziehungen sollte entstehen, und so entstand die Idee, durch Pflanzung von Bäumen das Wachsen und Gedeihen symbolisch darzustellen. Die Stadtverwaltung stellte dem Verein die Fläche an der Pfeifengrasstraße zur Verfügung. Im August 2011 wurde der Stein mit der Inschrift gesetzt, eine Arbeit des Langenhagener Steinmetzes Uwe Spiekermann. Auf Deutsch ist auf einer Seite "Freundschaftshain Bijeljina" zu lesen und auf der anderen Seite auf Serbisch "Freundschaftswald Langenhagen", da es das Wort Hain in der serbischen Sprache nicht gibt. „Verschiedene Einrichtungen aus Langenhagen und Bijeljina haben dort gepflanzt, unter anderem der bekannte Langenhagener Heimatforscher und Autor Ernst August Nebig im Namen des Echos. Es wurden Bäume gesetzt, die für die Stadt Langenhagen und für die fünf Ortschaften stehen sollten. Dazu kamen Bäume der Kirchengemeinden, der Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen“, erinnert sich Željko Dragić. Jede Pflanzung war eine Spende, teilweise wurden sehr wertvolle Bäume gekauft und gepflanzt. Bosnische Besucher brachten Pflanzen aus ihrer Heimat mit und setzten sie hier mit feierlichem Zeremoniell ein. Auch der „Arbeitskreis Grünes Langenhagen“ engagierte sich und pflanzte jeweils den „Baum des Jahres“ als Spende. Christa Leske ist im Arbeitskreis aktiv. Sie hatte als Vereinsmitglied „Hilfe für das junge Leben“ ursprünglich die Idee für den Freundschaftshain vorgegeben.
„Leider hat der Verein versäumt, eine Liste der gepflanzten Bäume und deren Spender zu führen“, räumt Željko Dragić ein, „Das werden wir aber nachholen. Im September kommen bosnische Jugendliche zu Besuch, dann soll eine Tafel erarbeitet werden, die alle wichtigen Informationen aufzeigt. Die einzige Quelle wird eine privat geführte Liste sein, die Heinz Jansen geführt hat. Er ist Vorsitzender im „Arbeitskreis Grünes Langenhagen“. „Die Stadtverwaltung kann nicht benennen, welche Gehölze von wem auf dem Gelände des Freundschaftswalds eingepflanzt wurden, da sie die Neueinpflanzungen nicht gelistet hat. Es sind in den vergangenen sechs Jahren einige Gehölze eingegangen etwa aufgrund von Frösten. Diese wurden teilweise ersetzt“, lässt die Stadtverwaltung durch die Pressesprecherin Juliane Stahl auf Anfrage wissen. „Es gibt derzeit keine sinnvolle Anordnung der Bäume“, sagt Heinz Jansen. Er empfiehlt, ein Konzept zu erstellen und zu entscheiden, ob ein Hain mit heimischen und in der Landschaft typischen Gehölzen entstehen soll oder vielleicht ein Arboretum eine Sammlung verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze im Stil eines botanischen Gartens. Seitens der Stadtverwaltung ist ohne Absprache mit dem Verein „Hilfe für das junge Leben“ eine Pflanzung vorgenommen worden – ein Zeichen der Verständigung mit der moslemischen Ahmadiyya Gemeinde im März 2014. Juliane Stahl ergänzt, dass die Verwaltung die Bevölkerung darum bittet, von spontanen Pflanzungen auf städtischem Grund abzusehen: „Alle, die sich für das Allgemeinwohl einbringen möchten, werden gebeten, sich unverbindlich mit dem Fachbereich Stadtgrün in Verbindung zu setzen.“