Aus Fremden werden Nachbarn

Beide Seiten gingen aufeinander zu.

Nachbarschaftsgrillen in der Godshorner Ahornstraße

Godshorn. Jetzt hatten die Asyl- und Flüchtlingsbetreuung des Sozialberatungsdienstes der Stadt Langenhagen und das Netzwerk für Flüchtlinge der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten Godshorn ein Nachbarschaftsgrillen in der Ahornstraße.
Ziel der Veranstaltung war es, aufeinander zuzugehen, sich kennen zul ernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und mögliche Ängste abzubauen.
Es ist nicht immer leicht, zu jemandem "Hallo" zu sagen, den man nicht kennt, der anders aussieht, anders spricht und aus einem anderen Kulturkreis kommt. Man ist verunsichert und weiß nicht wie man mit den Fremden in Kontakt kommt. Vorurteile erschweren die Kontaktaufnahme. Die Geflüchteten ihrerseits spüren die neugierigen Blicke, empfinden Ablehnung und fühlen sich oft isoliert. Um Hürden zu überwinden, müssen beide Seiten aufeinander zugehen können.
"Wir wollen mit dem Nachbarschaftsgrillen eine Plattform bieten, wo sich Anwohner und Geflüchtete begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können", erklärt Insa Becker-Wook (Netzwerk für Flüchtlinge der Kirchengemeinde).
Geflüchtete, auch aus den anderen Flüchtlingsunterkünften in Godshorn, wie ehrenamtliche Helfer sorgten für ein internationales Buffet mit kulinarischen Spezialitäten aus sieben Ländern. Ob "beignets de koki" aus Kamerun oder „Kibbeh“ aus dem Irak, Salate und Grillgut aus Deutschland: Es blieben keine Wünsche offen.
Die Schlange am Buffet war lang, beim Warten ergaben sich dadurch erste neue Kontakte und auch beim Essen kamen die Besucher miteinander ins Gespräch.
„Es ist schön, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind“, freute sich Johanna Jakubovics (Sozialarbeiterin Asyl-und Flüchtlingsbetreuung der Stadt Langenhagen) bei der Begrüßung.
Etwa die Hälfte der etwa 95 Teilnehmer stammten aus Godshorn.
Neben Anwohnern der Ahornstraße folgten sowohl Vertreter der Politik als auch die Schulleiterin der Grundschule sowie Pastor Falk Wook der Einladung. Es herrschte ein buntes Treiben, ab und zu musste „Google“ bei der Verständigung helfen, die Kinder spielten und das Wetter hätte besser nicht sein können. Die Stimmung und die Rückmeldungen an das Organisationsteam waren ausnahmslos positiv.
Die Beteiligten sind mit dem Verlauf sehr zufrieden und sind sich einig: Es war eine gelungene Veranstaltung und es bleibt sicherlich nicht die letzte dieser Art, denn zur Integration gehört es, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wer Zeit und Lust hat, sich zum Beispiel als Einzelfallhelfer im Netzwerk zu engagieren oder an der Männergruppe (dienstags, ab 18 Uhr) teilzunehmen, kann sich bei Insa Becker-Wook (0172/5147448 oder insa.becker-wook@online.de) melden.