Aus Grau wird Bunt

Die Schaltkästen – ein Blickfang im öffentlichen Raum. (Foto: D. Lange)

Street Art VI – ein Projekt der Telekom in Kooperation mit der Kulturstiftung

Langenhagen (dl). Das Thema zur sechsten Auflage der Street Art-Projekte ergab sich, wie so vieles im Leben, mehr durch Zufall als weniger geplant. Bei der Internetrecherche stieß Gabriele Spier, zusammen mit Ulrike Jagau eine der beiden Street Art-Initiatorinnen, auf eine
bundesweite Kunstaktion der Telekom. Unter dem Motto „Aus Grau wird Bunt“ rief der Telekommunikationsdienstleister lokale Künstlergruppen dazu auf, die Schaltkästen der Telekom, Multifunktionsgehäuse (MFG) genannt, mit Phantasie und Farbe von ihrem tristen und einheitsgrauen Dasein zu befreien und stattdessen in einen künstlerisch gestalteten Blickfang im öffentlichen Raum zu verwandeln. Ein Vorhaben, das mit Fug und Recht als gelungen angesehen werden kann. Die mit den unterschiedlichsten Motiven plakativ und großflächig in kräftigen Farben gestalteten Schaltkästen fallen auf im Stadtgebiet. In einem 5tägigen Workshop unter der Leitung des Graffitikünstlers Jonas Wömpner haben 16 jugendliche Sprayer aus verschiedenen Schulen in Langenhagen insgesamt 11 Schaltkästen ein neues Outfit verpasst. Zuvor jedoch mussten deren jeweilige Standorte ermittelt und mit der Telekom abgestimmt werden. Auch waren einige Auflagen seitens des Auftragsgebers zu beachten. Tabu waren aus naheliegenden Gründen jegliche Darstellungen von Waffen oder Gewalt- oder gewaltverherrlichende Symbole, ebenso wie Politik, religiöse Merkmale, Produktwerbung oder Markenlogos. In der Wahl ihrer Motive hatten die jungen Künstler dagegen freie Hand. Dank der fachkundigen Anleitung von Jonas Wömpner, der sie motivierte und ihnen, wenn es knifflig wurde, mit Tipps zur richtigen Sprühtechnik zur Seite stand, konnten sie ihre Motiventwürfe nach Freigabe von der Telekom auch weitgehend umsetzen. Neben der Herstellung von plakativer Straßenkunst dienen die Street Art-Projekte auch der Schaffung legaler Flächen für lokale Graffitikünstler und das möglichst an sichtbaren Orten. Mit den von der Kulturstiftung ins Leben gerufenen Street Art-Projekten haben die beiden Ratsfrauen Spier und Jagau seit 2015 schon einige Erfahrungen sammeln können. So wurde seinerzeit der Durchgang am Bahnhof Pferdemarkt von einer der damaligen Street Art-Gruppen gestaltet wie auch im vergangenen Jahr auf Anregung des kommunalen Präventionsrats die Wanddekoration im Eingangsbereich der Polizeiwache in der Ostpassage.