"Aus Versehen mehr eingenommen"

Aktuelle Aussprache: Unnötiger Aufgalopp oder positive Energie?

Langenhagen (ok). Eine aktuelle Aussprache, die SPD und Grüne zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht nachvollziehen konnten. "Wenn die Einbringung des Haushalts im November die Ouvertüre war, das Finale mit der Verabschiedung des Etats in der Januar-Sitzung folgen soll, so kann ich wohl davon ausgehen, dass es sich jetzt um eine Art Zwischenspiel handelt", zog Dirk Musfeldt, Fraktionschef der Grünen, den Vergleich mit einer Oper oder Operette. Für ihn stellte die aktuelle Aussprache der jüngsten Ratssitzung mit dem Titel "Städtischer Haushalt 2012 oder – Wir leben weiter auf Kosten unserer Kinder!" einen "unnötigen Aufgalopp" dar; er wolle sich erst nach den Fachberatungen im Januar zu der Thematik äußern. Die beiden Antragsteller Jens Mommsen (BBL) und Mirko Heuer (CDU) nutzten die aktuelle Aussprache dazu, den Zufallsgenerator der hohen Steuereinnahmen zu betonen. "Nicht wir Ratsmitglieder haben es geschafft, sondern die positive Entwicklung der Wirtschaft. Wir haben nicht gespart, sondern nur 'aus Versehen' mehr, ja viel mehr, eingenommen als geplant", so CDU-Fraktionschef Mirko Heuer. Ein Blick in die Vergangenheit zeige aber, dass darauf nicht dauerhaft gebaut werden könne, das Fundament für Langenhagens Zukunft deutlich tiefer gegründet werden müsse. Im Moment werde das vorhandene Vermögen zu Lasten der Kinder abgeschmolzen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen komfortablen Einnahmesituation müsse es zu den Themen Schuldenfreiheit und ausgeglichener Haushalt frei nach dem Song unserer Handball-Weltmeister von 2007 nicht nur heißen: "Wenn nicht jetzt, wann dann, sondern auch, wenn nicht wir, wer dann..." Um drei- bis fünfstellige Beträge werde scheinbar viel härter gerungen als um die sieben- oder mehrstelligen Summen. Heuer in Richtung SPD und Grüne: "Ein bisschen kommen Sie mir vor, wie die sprichwörtlichen drei Affen, die nichts Böses sehen, hören oder sagen wollen." Marc Köhler, Fraktionsvorsitzender der SPD und Geschäftsführer eines renommierten Langenhagener Malerunternehmens, schaffte den Spagat zwischen Beruf und Ehrenamt mit der Wortschöpfung von der "schwarzen Schmarzmalerei", in der die Realität kaum noch wiederzuerkennen sei. Sie biete keine Alternative, wolle positive Entwicklungen nicht sehen oder könne sie vielleicht schon gar nicht mehr erkennen. Marc Köhler abschließend ironisch: "Könnte man die Verbissenheit, mit der in Langenhagen versucht wird, positive Dinge negativ darzustellen, in positive Energie umwandeln, würde die Stadt bis zum Harz leuchten."