Autofahrer und Anlieger Everskamp auf Geduldsprobe

Theodor-Heuss-Straße wird zügig umgebaut

Langenhagen (gg). Sehr dicht rollt der Verkehr auf der Theodor-Heuss-Straße. Im Auftrag der Stadtverwaltung wurde im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes dafür sogar eine Zahl ermittelt: 10.700 Kraftfahrzeuge rollen dort in 24 Stunden, davon 5,5 Prozent Schwerlastverkehr mit steigender Tendenz. Dabei handelt es sich um Jahresdurchschnittszahlen, die nicht die besondere Problematik während der Veranstaltungen beschreibt. An der neuen Bult finden nicht nur Pferderennen mit rund 10.000 Besuchern je Renntag statt, auch der Flohmarkt dort kann schon fast als Großveranstaltung gelten. Mit dem geplanten Schwimmbad in diesem Bereich ergeben sich weitere Anforderungen. Daher wurde in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses ein Ausbauplan für die Theodor-Heuss-Straße vorgestellt. Zusätzliche Ampeln und Abbiegespuren sollen den Verkehrsstau verhindern, wobei die Abbiegespur zum Schwimmbad 20 Meter lang und die Spuren aus zwei Richtungen zur Rennbahn 50 und 80 Meter lang werden sollen.
Da der Zustand des Fahrbahnbelags ohnehin schlecht ist, drängt die Verwaltung auf schnelle Umsetzung. Bäume müssen dafür weichen, der Schnitt ist nur im Winter möglich. Stadtbaurat Carsten Hettwer versicherte auf Nachfrage der Ausschuss-Mitglieder, dass für die Abbiege-Spur zum Schwimmbad ein Baustraßenzustand zwischengehalten werde, damit mit dem Schwerlastverkehr nichts kaputt gefahren wird. Und Anette Mecke vom Fachbereich Bauen ergänzte, dass es denkbar ungünstig wäre, eine Straßenbaustelle erst dann einzurichten, wenn das neue Schwimmbad eröffnet ist. Sie erklärte: „Die Baumaßnahme erfordert eine halbseitige Sperre der Theodor-Heuss-Straße. Die Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer werden erheblich sein.“
Der von der Grünen-Fraktion vorgeschlagenen Fußgängerquerung erteilte sie eine Absage: „Die wird dann unsinnig, wenn die Stadtbahnverlängerung kommt, denn dann begrenzt der Schutzzaun diesen Überweg."
Unstimmigkeiten gab es zwischen Politik und Verwaltung zur Finanzierung des Projekts, das 390.000 Euro kosten soll. 60.000 Euro sollten nach Vorschlag der Verwaltung aus dem Budget für die Straße Everskamp, ein Neubaugebiet in Schulenburg, abgezogen und für die Theodor-Heuss-Straße verwendet werden. „Die Gebäude dort werden erst im Laufe des Jahres fertiggestellt, sodass ein Straßen-Endausbau erst im vierten Quartal möglich wäre, und da dann eine Fertigstellung der Straße vor dem Winter eher unwahrscheinlich ist, ist es sinnvoll, den Everskamp erst im Jahr 2015 auszubauen“, so die Erläuterung in der Druckvorlage. Dem Hinweis von Lutz Döpke (CDU) und Jens Mommsen (BBL), dass die Verschiebung des Budgets unzulässig ist und zudem die Anwohner im Everskamp ein Recht auf schnellen Ausbau haben, schließlich haben sie den mit den Anliegerkosten bereits vorab bezahlt, schloss sich Matthias Gleichmann (SPD) an: „Die Anwohner hinzuhalten ist nicht in Ordnung.“
Rechtlich überprüft hat Bernd Niebuhr, Fachbereich Recht und Ordnung, den Sachverhalt. Er erklärt zusammen mit Roman Sickau, Referent des Bürgermeisters: „Das Geld für den Ausbau Everskamp kann nicht für eine andere Baumaßnahme verwendet werden. In der nächsten Ratssitzung am 3. Februar werden Vorschläge zur Finanzierung dargestellt."