Baugrube soll nun trocken bleiben

Mit erhöhter Pumpleistung wird die Baugrube an der Theodor-Heuss-Straße trocken gehalten. (Foto: G. Gosewisch)

Wasser-Rätsel an der Baustelle für das Schwimmbad

Langenhagen (gg). Regelmäßige Informationen zum Fortschritt an der Schwimmbad-Baustelle, Theodor-Heuss-Straße, liefert die Betriebsleitung an die Ratsmitglieder. Bisherige Arbeitsschritte waren exakt im Zeitplan, nun ergibt sich in Bezug auf die Wasserhaltung für die Baugrube ein Verzug über mehrere Wochen. Es seien „unvorhergesehene und ungewöhnliche Schwierigkeiten“ entstanden.
„Um das Absenkziel zu erreichen, wurde es erforderlich, eine wesentlich, höhere Förderleistung des Grundwassers genehmigen zu lassen als vorgesehen. Es besteht ein Risiko durch Mehrleistungen, Zeitverzug und erhöhten Kostenaufwand, wobei die Ursache für die Probleme noch nicht festgestellt und somit auch nicht zugeordnet werden konnte“, so der Wortlaut der Informationsdrucksache, die am Montag, 6. Juli, um 17.45 in der nächsten Sitzung im Ratssaal öffentlich diskutiert wird. „Die Risiken im Planungsprozess und in der Umsetzung werden auch weiterhin als beherrschbar angesehen“, bestätigt Projektleiter Erik Bedijs im Gespräch. Das gelte auch für den Fall, dass nun, nach langer Trockenheit, wieder Niederschlag fällt.
Da die Ursache der erhöhten Grundwassermenge nicht geklärt ist, ist auch nicht klar, wer das Risiko trägt. „Das Risiko könnte dem Bauherrn (in Bezug auf abweichende Baugrundbeschaffenheit), dem Gutachter (in Bezug auf fehlerhaftes Gutachten) oder der ausführenden Firma (in Bezug auf fehlerhafte Wasserhaltungsanlage) zugeordnet werden. „Auf Risiken im Bereich der Ausführung ist der Bauherr durch entsprechende Vertragsgestaltung gemäß VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) hinreichend vorbereitet“, lässt die Schwimmbadbau-Projektleitung wissen. Und gegen übliche Risiken in den Bereichen Bauleistung, Feuer-Rohbau, Bauherren-Haftpflicht und Bauherrenhaftpflicht für Schäden aus Grundwasserabsenkung bestehe Versicherungsschutz. Zudem gibt es Haftpflichtversicherungen der beauftragten Architekten, Planer und Berater.
Die Kosten für den erweiterten technischen Aufwand für die Wasserhaltung in der Baugrube werden noch kalkuliert. „Informationen wird es in der nächsten Sitzung geben“, kündigt Erik Bedijs an. Nach der unvorhergesehenen Verzögerung über mehrere Wochen laufe nun alles wieder wie geplant.
Vor Ort ist auch für Laien zu erkennen, dass die Baugrube weitestgehend trocken ist. Nach dem umgangssprachlichen Absaufen in den vergangenen Wochen sind die Mikropfähle, die als Anker für die Bodenplatte gesetzt wurden, wieder sichtbar. Bleibt zu hoffen, dass die eingesetzten Pumpen ohne Störung in Betrieb bleiben. Einen Fall von Diebstahl hat es vor Kurzem bereits gegeben: Stromkabel wurden geklaut, die Stromversorgung der Pumpen wurde vorab fachmännisch unterbrochen, obwohl die Baustelle rund um die Uhr bewacht wird.