Behrens und Speich bilden ULG

Rat der Stadt Langenhagen: BBL-Dreierbündnis geplatzt

Langenhagen (ok). „Wenn Zwei sich streiten, so freut sich der Dritte“ – so lautet bekanntlich eine alte Volksweisheit. Abgewandelt auf die Langenhagener Lokalpolitik gilt jetzt sogar: „Wenn Drei sich streiten, freut sich der Vierte“, und der heißt Bernd Speich. Wilhelm Behrens wird sich nicht dem Bündnis unabhängiger Bürger Langenhagens (BBL) anschließen, sondern zusammen mit Bernd Speich (FDP) dieUnabhängig/Liberale Gruppe (ULG) bilden. Mit seinen Mitstreitern im Wahlkampf – dem zukünftigen BBL-Fraktionsvorsitzenden Werner Knabe und Jens Mommsen – ist es zu keiner Einigung gekommen. Behrens: „Ich bin persönlich tief enttäuscht, weil die beiden kein Vertrauen in mich setzen. Inhaltlich liegen wir nur in wenigen Punkten auseinander.“ Aber: „Ich bin zwar ein schwieriger Mensch mit Ecken und Kanten, der in höchstem Grade loyal ist. Diese Grenze der Loyalität ist jetzt allerdings erreicht.“ Er könne nicht zulassen, dass er nach der Wahl derart diskreditiert werde, habe sich die Entscheidung aber nach Rücksprache mit mehreren Beratern nicht leicht gemacht. Ihm sei klar, dass ihm jetzt von vielen Seiten sicher „purer Egoismus“ vorgeworfen werde, aber er sei es schließlich auch gewesen, der die BBL mit seiner Popularität aus den vergangenen Jahren bekannt gemacht habe. Deshalb sind einige Forderungen aus seiner Sicht berechtigt gewesen, so zum Beispiel den Fraktionsvorsitz, den er für sich beansprucht hat. Gruppensprecher wird er jetzt beim „Zweckbündnis“ mit Bernd Speich, der hat allerdings nach eigener Aussage kein Problem damit. Speich: „Ich bringe genug kommunalpolitische Erfahrung mit, sodass ich das nicht mehr brauche.“ Behrens kenne er schon von der Bürgerinitiative „Rettet den Eichenpark“, er sei für ihn fast we ein „alter neuer Freund“, mit dem er auf einer Wellenlänge liege. Der eine stehe für „jugendlichen Elan“, der andere für Abgeklärtheit. Und auch Behrens – er strebt unter anderem eine Konsolidierung des Haushaltes, eine bessere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie eine Stärkung der politischen Einflussnahme der Kernstadt an – geht von einer „guten Zusammenarbeit“ aus, auch wenn „beide Betonköpfe“ seien. Berührungsängste gebe es jedenfalls nicht. Dafür aber auf jeden Fall ein Grundmandat in jedem Ausschuss; das Stimmrecht wird nach Aussage der Verwaltung in der konstituiereden Ratssitzung am Montag, 7. November, zwischen der BBL und der neuen Gruppe ausgelost werden müssen – außer die beiden Gruppierungen einigen sich schon im Vorfeld, wer welchen Ausschuss mit Stimmrecht besetzt. Danach sieht es aber bislang nicht aus: Speich will die Gruppe im Finanz-, Wirtschafts- und Personalausschuss, im Bildungsausschuss und im Petitionsausschuss vertreten. Behrens hat vor, in den Verwaltungsausschuss zu gehen, Speich in den Aufsichtsrat der Enwicklungsgesellschaft und in den Werksausschuss des Eigenbetriebes Stadtentwässerung. Als Vertreterin des Jugendhilfeausschusses will die ULG Claudia Matern benennen. Die BBL-Vertreter Jens Mommsen und Werner Knabe gaben sich nach dem Ausscheren ihres früheren Kompagnons Wilhelm Behrens übrigens ziemlich wortkarg und zugeknöpft. Die Konstituierung der BBL-Fraktion sei nicht an „strittigen Sachfragen“ gescheitert und „über die Verteilung der Aufgaben konnten keine einvernehmlichen Absprachen getroffen werden“, heißt es in einer dünnen Presseerklärung.