Beispielhaft für Firmen und Private

Mit diesem Pfund lässt sich in der Solarliga wuchern (von links): Friedhelm Fischer, Marlies Finke und Jürgen Zimmer auf dem Dach des neuen Logistik-Zentrums. Foto: D. Lange

Hermes-Logistik stellt neue Photovoltaik-Anlage vor

Langenhagen (dl). Der funkelnagelneue, 80.000 Quadratmeter große Nord Hub der Hermes Logistik mit 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist seit Dezember letzten Jahres in Betrieb. Seitdem ist auch die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes am Netz und produziert Strom. Zu einem Ortstermin auf dem 10.500 Quadratmeter großen Dach des Nord Hub kam jetzt eine Delegation der Stadt, angeführt von Bürgermeister Friedhelm Fischer, um sich selbst ein Bild von der Anlage zu machen. Anlass für den Besichtigungstermin war nicht zuletzt die Teilnahme der Stadt Langenhagen an der Solaren Regionalliga.
Der Leiter der Hermes-Logistiksteuerung, Jürgen Zimmer, erläuterte den Gästen, darunter auch die Umweltbeauftragte Marlies Finke, die Technik der Solarstromanlage: „Seit Mitte Januar, nach der Schneeschmelze, produzieren die 1.872 Solarmodule mit einer Gesamtfläche von 7.000 Quadratmetern auf dem Dach des Gebäudes kräftig Strom – rund 2.000 Kilowattstunden täglich mit steigender Tendenz aufgrund der längeren Sonnenscheindauer im Sommer. Seit Beginn der Produktion im Januar bis heute wurden etwa 75.000 Kilowattstunden in das allgemeine Stromnetz eingespeist; am Ende des Jahres werden es rund 355.000 sein – genug um 100 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.“ Zudem ersetze eine Photovoltaikanlage für die Energiegewinnung den Einsatz fossiler Energieträger und schone dadurch die Umwelt: Bei einer prognostizierten Betriebsdauer von 20 Jahren würden auf diese Weise 3.800 Tonnen CO2 weniger erzeugt.
Die Solaranlage ist Teil des nachhaltigen Gebäudekonzeptes, das bei der Planung des Nord Hub zugrunde gelegt wurde. Das gilt gleichermaßen für die Ausrichtung wie auch für die Statik des Gebäudes, die das zusätzliche Gewicht der Solarmodule berücksichtigt. Das Gebäude selbst wurde nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) errichtet und zertifiziert. „Den produzierten Strom für den Eigenbedarf zu nutzen, wäre allerdings unwirtschaftlich“, erklärt Jürgen Zimmer. „Dazu bräuchte man eine aufwändige und sehr teure Speichertechnik.“ Von den 35 Millionen Euro Investitionskosten für den neuen Firmenstandort entfällt etwa eine Million auf die Solaranlage. Schon allein die Blitzschutzanlage ist sehr viel aufwändiger als es bei einem normalen Dach nötig wäre. Für die Hermes-Logistik-Gruppe ist der Schutz des Klimas und der Umwelt ein wichtiger Bestandteil des Unternehmenskonzeptes – die Solaranlage wird sich, davon ist Jürgen Zimmer überzeugt, unter Berücksichtigung aller Faktoren und Kosten auf die Laufzeit von etwa 20 Jahren gesehen amortisiert haben. Möglicherweise kann also die Hermes-Gruppe mit ihrer größten Solaranlage im Netzgebiet der Stadtwerke Hannover gleichzeitig auch eine beispielgebende Funktion erfüllen und damit andere Firmen sowie Privathaushalte und landwirtschaftliche Betriebe zum Einsatz der Solartechnik motivieren, sei es als thermische Solaranlage für Warmwasser und Heizung oder als Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung.
Für die Stadt Langenhagen steht auch in diesem Jahr wieder die Teilnahme an der solaren Regionalliga auf dem Programm, bei der diejenige Kommune gewinnt, die die meisten Quadratmeter an Solarwärme-Anlagen meldet und bei den Solarstromanlagen die höchste Nennleistung pro Einwohner aufweist. Gerade im Photovoltaik-Bereich hat sich die Zahl der Anlagen von Ende 2008 bis März 2011 erfreulicherweise fast verdoppelt. Über diesen Aufwärtstrend freut sich insbesondere Marlies Finke: „Die Solartechnik leistet einen wichtigen Beitrag für die Klimaschutzziele der Stadt im Bereich der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Stromerzeugung.“