Bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen

Das Kita-Team in einer Gruppenarbeit, bei der es darum ging, sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden und zu schauen, wo Handlungsbedarf besteht. (Foto: A. Hesse)

Gesundheitsfördernde Kita als Pilotprojekt

Langenhagen. Die Kita der Elisabeth-Kirchengemeinde ist ab sofort eine sogenannte Pilot-Kita: Mit einem Studientag für das ganze Team wurde jetzt der Auftakt für das Pilotprojekt „Gesundheitsfördernde Kita“ gemacht. Der Anstoß dazu kam vom Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (Levtek): Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung hatte sich der Verband mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement für Kindertagesstätten befasst und die Einrichtung von landesweiten Gesundheitszirkeln beschlossen. Tabea Pipenbrink, Leiterin der Elisabeth-Kita, war sofort bereit, mit ihrem Team mitzumachen – das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ist ihr seit Langem ein großes Anliegen.
„Der Körper weiß manchmal schneller Bescheid als der Verstand“, begrüßte Angelika Maasberg das Kita-Team am Morgen des Studientages. Die Fachreferentin der Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen leitete den Studientag und wird die evangelische Kita auch durch den Prozess „Gesundheitsfördernde Kindertagesstätte“ begleiten – auf einem ganz individuellen Weg, wie sie betonte. „Wir wollen nicht schauen, wie es sein muss sondern wie es sein kann“, erklärt sie; „es gibt kein Rezept, das für alle Einrichtungen richtig ist.“ In einer ersten Runde wurde daher sehr genau hingeschaut, was für die Mitarbeiterinnen der Elisabeth-Kita in Sachen Gesundheit wichtig ist: familienfreundliche Arbeitsbedingungen, höfliche Umgangsformen, gegenseitige Wertschätzung, ergonomisch günstige Möbel, ein bewusster Umgang mit dem meist hohen Geräuschpegel und ausreichende Möglichkeiten zur Regeneration gehören für das Team zu den wichtigen Faktoren.
Noch vor den Sommerferien wird Tabea Pipenbrink gemeinsam mit Sabine Külpmann, Erzieherin in der Elisabeth-Kita, eine Fortbildung zum Thema Gesundheitszirkel besuchen. Die Aufgabe dieser Zirkel wird es sein, unter fachlicher Anleitung auszuloten, wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen für Verbesserung sorgen könnten. „Wichtig ist, dass die Gesundheitszirkel nicht für die
Umsetzung der Maßnahmen zuständig sind sondern diese Aufgabe einer Steuerungsgruppe zufällt“, sagt Angelika Maasberg. „So tritt nicht gleich die Schere im Kopf in Aktion.“
Für Tabea Pipenbrink und ihre Mitarbeiterinnen wichtig ist die Feststellung, dass die Gesundheit des Kita-Teams ganz unmittelbar auch den Kindern der Einrichtung zugutekommt: „Wenn eine Mitarbeiterin nicht gesund ist, überträgt sich das auf ihre Arbeit und damit auch auf die Kinder.“ Auch der Levtek-Vorsitzende Jürgen Harms betont diesen qualitativen Aspekt: „Betriebliches Gesundheitsmanagement muss als Teil des Qualitätsmanagements der Einrichtungen verstanden werden“, sagte er während der Levtek-Mitgliederversammlung.