Beste Stimmung beim 35. Hägermahl

Zum Jubiläum Blumen für die Vorbereiter des Hägermahls aus Heimatverein und Gastronomie (von links): Gerda Negraßus, Gudrun Sellmann, Cord Kelle, Margit Reichardt, Maren Kelle, Christa Röder und Thomas Gosewisch. Foto: K.Raap

Viergängiges mittelalterliches Essen und zünftige Musikanten

Krähenwinkel (kr). Als im Februar 1978 der Bürger- und Heimatverein Langenhagen in der "guten Stube" des Jägerhofs zu einem "Langenhäger Kohltopf" nach einem Rezept aus dem 16. Jahrhundert einlud, dass Stadtarchivar Walther Bode in Kanzleiakten der alten Vogtei entdeckte, war das die Geburtsstunde des Hägermahls, das nun schon zum 35. Mal an gleicher Stelle stattfand. Mittlerweile hat sich das Essen ziemlich gewandelt. Geblieben ist der vorzüglich zubereitete Kohl als Vorsuppe. Es folgten der Braten von im Cellischen erlegten Damwild, Pfannkuchen vom Buchweizen mit Puttapfel, und eine Nachspeise, wie sie wohl auch vor langer Zeit den Gästen der Herzogin an der Welfen-Tafel in Münden gemundet haben dürfte. Zum Mahl wurden Bier ausgeschenkt, wie es Cord Broyhahn erfunden hatte sowie in Isernhagen gebrannter Korn. Als informative Moderatorin wirkte an diesem Abend Christa Röder, die 2. Vorsitzende des Heimatverereins. Langenhagens Bürgermeister Friedhelm Fischer und Ehrenbürgerin Waltraud Krückeberg führten die lange Gästeliste an. Mit dabei Vertreter aller Ortschaften sowie Politiker von Bund, Land und aus der Region. Viel Beifall für die obligaten Musikanten: Die Jagdhornbläser aus Engelbostel und das Renaissance-Orchester unter der Leitung von Ulrike Bahlo kündigten musikalisch die einzelnen Gänge an. Ganz in seinem Element Harald Luther bei seinem traditionellen "Bäckerlauf", verbunden mit dem Verteilen von Brezeln. Neben dem 35. Hägermahl nannte Christa Röder noch vier weitere wichtige Gründe, in diesem Jahr zu feiern: Langenhagen und Krähenwinkel blicken auf 700. beziehungsweise 400 Jahre zurück, der Bürger- und Heimatverein besteht 55 und der Jägerhof im Mai stolze 75 Jahre.
Von allen Seiten sehr bedauert wurde, dass Vereinsvorsitzender Ernst August Nebig, der diese Veranstaltung in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten mit seiner unvergleichlichen Art mit viel Fantasie und immensem Engagement geprägt hat, aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen konnte. Es wird zumindest ein kleiner Trost für ihn sein, dass an diesem Abend sämtliche Gäste eine Karte mit unzähligen persönlichen Genesungswünschen unterschrieben.