„Bestimmt sind wir Idealisten“

Konrektorin Ursula Borkowski (2. von rechts) führt Mitglieder des Arbeitskreises Schulen der Gruppe CDU/Freie Wähler Region Hannover durch die Pestalozzischule.Foto: D. Thiele

Arbeitskreis Schulen der Gruppe CDU/Freie Wähler Region Hannover besucht die Pestalozzischule

Langenhagen (dt). „Wir wünschen uns, dass alles nicht so formal abgeht“, so lautete Ursula Borkowski Bitte an die Politik. Die Konrektorin der Pestalozzischule, einer Förderschule für mit Schwerpunkt Lernen, hatte den Fraktionschef der Langenhagener Christdemokraten, Mirko Heuer, und Vertreter des Arbeitskreis Schulen der Gruppe CDU/Freie Wähler Region Hannover eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft ihrer Schule zu sprechen. Die geplante Inklusion (Förderschüler sollen an Regelschulen unterrichtet werden) würde für die Pestalozzischule die Schließung der Primarstufe bedeuten. Im Prinzip stehe sie dem Thema Inklusion positiv gegenüber, eine „Hauruck-Methode“, wie sie momentan jedoch geplant sei, halten weder sie noch die anwesenden Politiker für sinnvoll. „Mit Ideologie kommt man da nicht weiter“, so Bernward Schlossarek, schulpolitischer Sprecher der CDU/Freie Wähler. Schließlich gehe es um das Wohl der Kinder, ebenso sei der Elternwille seiner Meinung nach entscheidend. „Es ist vielschichtig, wir finden es notwendig, dass inklusiv gearbeitet wird“, betonte Borkowski. Die Voraussetzungen dafür seien jedoch noch sehr entwicklungsfähig. Dabei ist die Pestalozzischule schon eine Art Vorreiter. Eine enge Zusammenarbeit mit den Langehagener Grundschulen findet statt, viele ihrer Kollegen arbeiten dort bereits stundenweise im Team mit Regelschullehrern. Angst vor der Zukunft gäbe es bei den Förderschullehrern dennoch. „Ich weiß gar nicht, was mit mir passieren wird“, hätte Borkowski von Kollegen gehört. Ebenso sei ihr bewusst, dass sich auch Eltern von Regelschulkindern Sorgen machen würden, der Unterricht könne dann darunter leiden. Schlossarek berichtete von Schülern, die gar nicht inklusionsfähig seien und bezweifelte, dass Regelschullehrer solch eine Herausforderung leisten könnten. „Man wird sehen, es kann sich entwickeln, aber von Anfang an zu sagen eine Schiene machen wir jetzt dicht, will ich nicht“, betonte Landtagsabgeordnete Gabriela Kohlenberg. „Bestimmt sind wir Idealisten“, so Borkowski, die sich Unterstützung von Politikern für verschiedene Modelle wünschte. „Mal nicht auf Paragrafen berufen, sondern sagen, wir sollen es einfach mal versuchen, das wäre gut.“ 160 Schüler aus 16 Nationen besuchen die Pestalozzischule in den Klassen eins bis zehn. Die ersten drei Klassen arbeiten zusammen im Verbund bei den älteren Schülern wird viel Wert auf die Vorbereitung ins Berufsleben gelegt. „Unserer Schülerschaft sind nach dem Abschluss im Berufsleben nicht alle Türen geöffnet, deshalb trainieren wir im praktischen Bereich ihre Schlüsselkompetenzen. Schülerfirma, Projektklassen, Betriebspraktika und die Kooperation mit den Berufsschulen werden genutzt, um die Schüler schnell an das Wirtschaftsleben heranzuführen. Mehr Fachräume wären laut Borkowski wünschenswert, denn das differenzierte Angebot, das die Pestalozzischule bisher leistet, soll auch in Zukunft Bestand in Langenhagen bleiben.