Bewegender Abschied von Heiner Rust

Ein langer Trauerzug, an der Spitze die Kranz- und Fahnenträger, bewegte sich von der Elisabethkirche zum Friedhof an der Karl-Kellner-Straße. (Foto: K. Raap)

450 Trauergäste kamen in die Elisabethkirche

Langenhagen (kr). Die Beliebtheit Heiner Rusts dokumentierten rund 450 Trauergäste in der überfüllten Elisabethkirche. Angehörige, Freunde, Weggefährten, darunter Schützen aus allen Langenhagener Vereinen, verabschiedeten sich dort in einer bewegenden Trauerfeier vom Oberschützenmeister der Schützen-Gemeinschaft Langenhagen. Heiner Rust war am 20. Juli im Alter von nur 62 Jahren verstorben. Das Langenhagener Echo hatte die unzähligen Aktivitäten Heiner Rusts für das Schützenwesen in der Ausgabe vom 25. Juli ausführlich gewürdigt. In emotionalen Ansprachen übermittelten Schützenmeister Michael Freiberg und Bürgermeister Mirko Heuer ihre große Wertschätzung des Verstorbenen. Zuvor hatte Pastor Ahnert Worte des Trostes für alle Anwesenden gefunden. „Heiner Rust war immer der starke Motor und Förderer traditioneller Werte im Schützenwesen“, unterstrich Michael Freiberg, „Herausforderungen waren für ihn immer Verpflichtungen, für die es zu kämpfen gilt, nicht nur reden sondern anpacken war seine Devise.“ Mit seiner Spontanität, seiner Kreativität und seinem Durchsetzungsvermögen habe er ungemein viel bewegt. Aber auch als aktiver Schütze habe der gebürtige Brinker eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Freiberg erinnerte in diesem Zusammenhang an die 17 Königstitel und die Würde des Kreiskaisers, die Rust errang. Überragend sei auch die Bilanz seiner Ehrenämter gewesen: Seit 1994 war er ununterbrochen Vorsitzender des SV Brink, 1994 wählte ihn die Schützen-Gemeinschaft zum Oberschützenmeister, und 2002 auch zum Geschäftsführer. „Seine Persönlichkeit, und seine Vorbildfunktion“, betonte Freiberg, „wird uns immer in Erinnerung bleiben. Danke Heiner, auch mit einem allerletzten, leisen Horrido.“
„Sein plötzlicher Tod hat uns alle sehr betroffen gemacht“, sagte Bürgermeister Mirko Heuer, „mit Herzblut und ungeheurem Elan engagierte er sich erfolgreich für das Schützenwesen und dabei vor allen dafür, dass ein gemeinsames Schützenfest in die Stadtmitte gehört.“ Sein konsequentes Umsetzen seiner Ideen, manchmal auch unkonventionell und außerhalb des Protokolls, seien seine besonderen Stärken gewesen. „Zwischen uns gab es weder SMS noch E-Mail“, betonte der Bürgermeister, „sondern immer das persönliche Gespräch.“ Heiner Rust sei ein hervorragender Repräsentant der Stadt gewesen, der im Gedächtnis der Langenhagener weiterleben werde. „Heiner Rust hat unseren Verein und die Schützen-Gemeinschaft immer mit fröhlichem Leben erfüllt, wir grüßen und vermissen dich, hob Ruth Weyers, Ehrenmitglied des SV Brink, in sehr persönlich gehaltenen Worten hervor, als sie sich gemeinsam mit Heinz Rohne (Ehrenmitglied) und Helmut Langrehr als älteste Mitglieder des Vereins von Heiner Rust verabschiedete.
Die in der Kirche zu hörenden Titel, die die Trauerfeier musikalisch umrahmten, waren ganz auf die Vorlieben Heiner Rusts zugeschnitten. So erklangen „Amoi seg´ ma uns wieder (Einmal sehen wir uns wieder)“ des österreichischen Musikers Andreas Gabalier, „Biscaya“ von James Last und „Hohe Tannen“ von Ronny. Außerdem interpretierte der bekannte Gitarrist Franz Gottwald „Musikalische Meditationen“. Während der Beisetzung auf dem Friedhof Karl-Kellner-Straße spielte ein Quartett von Kai Philipps, bekannt als Leiter der auf den letzten Langenhagener Schützenfesten zu hörenden „Bayernstürmer“ mit „Der alte Dessauer“ ein Lieblingsmarsch von Heiner Rust.