Bis zu fünf Mal nachbesetzt

Jede Menge Überstunden sind angefallen: Von Bürgermeister Friedhelm Fischer gab's ein kleines Dankeschön für Sabine Meise.Foto: O. Krebs

Ein stressiges Jahr liegt hinter Wahlsachbearbeiterin Sabine Meise

Langenhagen (ok). Sie ist die Miss Wahl im Rathaus und im Moment unheimlich erleichtert: "Das war eine richtige Hammerwahl", sagt Sabine Meise, stellvertretende Fachdienstleiterin im Bürgerbüro und seit 2006 verantwortlich für die Vorbereitung der Wahlen, die in Langenhagen über die Bühne gehen. Und auch für die Bürgerbefragung, die zum Bad ist ja schon für Anfang kommenden Jahres geplant. Es ist wie bei der alten Fußballerweisheit "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", im übertragenen Sinne "Nach der Wahl ist vor der Wahl". Mehr als ein Jahr liegt in Sachen Wahlvorbereitung hinter Sabine Meise, 120 Überstunden sind in dieser Zeit angefallen. Denn: Die Organisation ist wahrlich kein Zuckerschlecken; eine Menge Fristen müssen im Laufe der Zeit eingehalten, 47 barrierefreie Wahllokale gesucht und vor allen Dingen insgesamt 369 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer rekrutiert werden. Gerade die Sache mit dem Personal gestaltete sich schwierig, gab es doch 150 Absagen aus triftigen Gründen, das konnten zum Beispiel Krankheit, berufliche Gründe aber auch die Vollendung des 65. Lebensjahres sein. Ältere können nicht als Wahlhelfer verpflichtet werden. Sabine Meise: "Ich hatte zwar viele Schülerinnen und Schüler, die helfen wollte, konnte die aber nicht als Wahlvorstand und Schriftführer einsetzen. Als Erstwähler fehlt einfach die Erfahrung." Immer wieder gab es Absagen, sodass quasi bis zum letzten Tag nachbesetzt werden musste. Sabine Meise: "Manche Jobs bis zu fünf Mal." Im Auge behalten musste sie auch Umzüge und eine damit verbundene Drei-Monats-Frist – entweder innerhalb Langenhagens, aus Langenhagen weg oder nach Langenhagen. Sabine Meise: "Man muss den Wohnsitz seit drei Monaten an dem Ort haben, wo man wählen darf." Ganz glücklich war die Verwaltungsbeamtin, dass die Diskussion umd die Reduzierung der Wahlbezirke von fünf auf drei nach einiger Zeit vom Tisch war. "Die Umstrukturierung, die damit verbunden gewesen wäre, hättte eine Menge Arbeit nach sich gezogen", sagt Sabine Meise. Zusätzliche Arbeit, auf die sie gern verzichten konnte, ihr Kopf war mit dem Thema Wahl ohnehin bis oben hin voll.
Bekanntmachungen mussten veröffentlicht, Wahlvorstände einberufen und nicht zuletzt stand die Schulung der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer an. Wahlvorschläge mussten geprüft , Wahlbenachrichtigungskarten und Briefwahlunterlagen verschickt, Zähllisten vorbereitet und das Wahlbüro im Rathaus im Blick behalten werden. "Vor vier Wochen gab es dann regionsweit eine kleine Testwahl, die gleich im ersten Anlauf erfolgreich war", berichtet Sabine Meise, die 2005 aus dem Sozialamt ins Hauptamt gekommen war und gleich bei der Organisation der Kommunalwahl 2006 hospitieren durfte. Inzwischen ist sie fast schon ein "alter Hase", hat Landtags-, Bundestags- und Europawahl sowie die Bürgerbefragung zur Landesgartenschau hinter sich gebracht. Trotzdem war sie vor der aufwändigen Kommunalwahl schon eine Spur aufgeregter, aber: "Wer Wahlsachbearbeiterin macht, ist schon belastbar", sagt Sabine Meise lachend und hat noch eine Bitte. Es sei so viel Schmierpapier angefallen, einfach zu schade, um weggeschmissen zu werden. Also: Kindergärten und Schulen – bitte im Rathaus melden, wenn Bedarf besteht.