Blindgänger kontrolliert gesprengt

Das THW legte mit dem Ausleuchten der Fundstelle die Basis für die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes. (Foto: P. Graser/THW)

Informationsfluss mangelhaft, Bürgertelefon funktionierte nicht

Langenhagen (gg). Eine Evakuierungsmaßnahme am Montagabend hat die Stadt in Atem gehalten. Ein Blindgänger mit 500 Kilogramm Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Gelände des geplanten Schwimmbad-Neubaus an der Theodor-Heuss-Straße bei Sondierungsmaßnahmen gefunden.
Die Anweisung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes folgte prompt, noch am selben Abend sollte aus Sicherheitsgründen kontrolliert gesprengt werden. Im Umkreis von einem Kilometer musste dafür die Bevölkerung evakuiert werden, ab 17 Uhr ging es los. Rund um die Fundstelle betraf das die Wohngebiete entlang der Theodor-Heuss-Straße, des Reuterdamms und östlich der Walsroder Straße im Abschnitt zwischen Lönsweg und Stadtparkallee. Die rund 6.300 betroffenen Anwohner wurden letztlich per Lautsprecherdurchsage der Polizei informiert. Der Informationsservice seitens der Stadtverwaltung funktionierte nicht. So wurde zwar ein Bürgertelefon angeboten, das für weitere Informationen kostenfrei anzurufen war, doch unter der angegebenen Telefonnummer gab es entweder keinen Anschluss oder die automatische Bandansage „Derzeit gibt es kein Ereignis in Langenhagen, das Bürgertelefon ist nicht besetzt“.
Eine Panne, „aus der wir lernen werden“, zog Bürgermeister Mirko Heuer Bilanz, aber ausgezeichnet sei die Evakuierung in Bezug auf das Zusammenspiel der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte abgelaufen, nicht nur vor, sondern auch nach der Sprengung um 23.20 Uhr. Insgesamt rund 400 Helfer waren im Einsatz darunter die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW und der Johanniter. Eine Sammelstelle für evakuierte Bürger wurde im Schulzentrum mit nachalarmierten Einsatzkräften aufgebaut. Das THW leistete nicht nur das Ausleuchten der Blindgänger-Fundstelle, sondern auch die Unterstützung mit schwerem Gerät (Radlader) sowie der Verpflegungseinheiten.
Nach der erfolgreichen Sprengung, bauten die THW-Bergungsspezialisten eine Absperrung, um den Krater der Sprengstelle vor dem Betreten durch Unbefugte zu schützen. Die Baustellenabsperrungen hatten sie zuvor auf dem Bauhof aufgeladen und zur Einsatzstelle transportiert. Die bei der Sprengung auf die Straße geschleuderten Erdmassen wurden per Radlader beseitigt. Die Feuerwehr kontrollierte den Sprengbereich auf eventuelle Glutnester, sowie Beschädigungen umliegender Gebäude durch Splitterteile.