Blitz-Marathon“ gestartet

„Was, schon wieder?“ werden Sie vielleicht denken, „Das hatten wir doch erst!“. So eine Überschrift wird gelesen. Mal ehrlich: Ist nicht Jede und Jeder schon einmal
„etwas zu schnell“ unterwegs gewesen, weil man wieder einmal spät dran war und der nächste Termin wartete? Da war man froh, wenn
man ungeblitzt am Ziel ankam. 44 Menschen starben bereits in die-
sem Jahr in und um Hannover. Hauptunfallursache: Raserei, so konnten
wir in vielen Artikeln lesen. Darum haben mehr als 1000 Polizisten am
vergangenen Mittwoch an mehr als 300 Stellen in Niedersachsen Tempokontrollen vorgenommen. Warum brauchen wir solche großen
Aktionen? Im ersten Paragraph der Straßenverkehrs-Ordnung heißt es:
„Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Und weiter: „Jeder Verkehrsteilnehmer hat
sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder
mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder beläs-
tigt wird.“ Zwei Sätze, die wir sicher - aus der Fahrschulzeit – noch im Ohr haben. Und trotzdem reicht dieses Wissen nicht aus. Wir brauchen Kontrollen und
manchmal auch Blitzer die uns darauf hinweisen, dass wir zum Beispiel zu schnell gefahren sind. Als Christen haben wir die zehn Gebote. Auch sie sollen zu einem ge-
lingenden Leben helfen. Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot
antwortet Jesus einmal: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit
ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das
ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,35-20). Wenn wir uns dementsprechend ver-
halten wollen, kann auch das Miteinander im Straßenverkehr menschlicher werden.
Der Verkehrspsychologe Karl Friedrich Voss bezweifelt die Wirkung
von Blitzaktionen. Er appelliert an „das Bewusstsein der Bürger für mehr Selbstkontrolle“. Doch, ein Blitz kann zur Selbstkontrolle anregen – nicht nur im Straßenverkehr.

Wolfgang Frost, Gemeindereferent