Brisante Sammlung

Roger Raffel zeigt die im Rathaus gesammelten Waffen, die in der zentralen Polizeidirekton in diesen Tagen vernichtet werden.

40 Waffen aus Privatbesitz werden vernichtet

Langenhagen (gg). „Wer eine Waffe besitzt und sie nicht behalten möchte, kann sie im Rathaus kostenfrei abgeben.“, erklärt Roger Raffel vom Fachdienst Ordnungswesen. Zu seinem Aufgabenbereich gehört die die Kontrolle des Waffenbestands und insbesondere die Überprüfung der Aufbewahrungsvorschriften. Die stellen an den privaten legalen Waffenbesitz hohe Anforderungen. Die notwendige Anschaffung eines Waffenschranks mit entsprechenden Sicherheitsnormen erfordert Investitionen, die den Wert der Waffen nicht selten weit übersteigt. „Dazu sind viele Waffenbesitzer nicht bereit. Häufig nehmen wir so genannte Erbwaffen in Verwahrung. Ab einem bestimmten Kaliber müssen Waffen im Privatbesitz mit einer Blockiervorrichtung versehen sein, wenn der Besitzer nicht durch einen Jagd- oder Sportschützenschein zum Waffenbesitz berechtigt ist. Schon eine Blockiervorrichtung kostet etwa 200 Euro.“ so der Hinweis von Raffel. Er hat die ausnahmslose Überprüfung aller Waffenbesitzer inne. Im direkten Kontakt klärt er über die Gesetzeslage auf, gibt Informationen und erläutert die Sachlage. „Das ist bei den Sachkundigen, wie Jägern und Sportschützen so gar nicht nötig, denn die wissen über den Waffenbesitz und die Aufbewahrung über ihre Ausbildung Bescheid. Laien, die eine Waffe geerbt haben oder sie geschenkt bekommen haben brauchen häufig Aufklärung“, meint Raffel. Die genaue Einhaltung aller Vorschriften erfordert bei allen Achtsamkeit. Zudem überprüft er nicht nur die vorschriftsmäßige Aufbewahrung sondern auch die Zuverlässigkeit Waffenbesitzer im Sinne des Waffenrechts. Weit mehr als ein polizeiliches Führungszeugnis ist erforderlich, um diese festzustellen. „Um die Zuverlässigkeit zu überprüfen greifen wir auf personenbezogene Daten zu, die wir aus dem Bundeszentralregister und dem staatsanwaltlichen Register in Kombination mit polizeilichen Daten zusammentragen.“ so seine Auskunft. Dabei sei die Grenze für die Feststellung der Zuverlässigkeit sehr streng, denn mit schon einer Trunkenheitsfahrt mit dem Auto könne die dahin sein. Pro Jahr kommt es im Schnitt zu etwa zwei Fällen, in denen das Waffenbesitzrecht widerrufen wird. Jährlich rund zehn neue Waffenbesitzer hat Raffel durchschnittlich in seiner Kartei.
Durch Abgaben und anderweitige Überlassungen hat sich der registrierte Legalwaffenbestand in Langenhagen in den letzten Jahren drastisch reduziert: Nach einer weiteren Verschärfung Aufbewahrungsvorschriften in 2007 von über 3100 auf knapp 2500 Waffen. Inzwischen pendelt sich die Anzahl der abgegebenen Waffen pro Jahr auf etwa 40 ein. Sie werden zunächst im Rathaus gesammelt und in Verwahrung genommen bevor sie in diesen Tagen der zentralen Polizeidirektion übergeben werden. Die Vernichtung der Waffen erfolgt dort.