Brot für die Welt im Diskurs

Empfang des Kirchenkreises zum Tag der Reformation

Langenhagen (gg). Zum Reformationsempfang des Kirchenkreises, der alljährlich am Freitag vor dem Reformationstag stattfindet, waren Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchenkreis und Kirchengemeinden, aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft in die Elisabethkirche geladen. Rund 200 Gäste haben teilgenommen, wurden von Superintendent Martin Bergau begrüßt, der den Empfang moderierte. Für musikalische Unterhaltung sorgte eine Bläsergruppe aus dem Partnerkirchenkreis Odi in Südafrika. Sie spielten Lieder aus ihrer Heimat, sangen auch a capella und tanzten dazu. Dafür gab es minutenlangen Applaus. Hauptprogrammpunkt war der Vortrag "Das Hungerparadox" von Uwe Becker, Beauftragter für Brot für die Welt der ev.-luth. Landeskirche Hannover. Er wendete sich gegen die globale Lebensmittelwirtschaft, die seiner Meinung nach keine Logik hat ,und er prangerte die industrielle Landwirtschaft an, die nicht in der Lage sei, die Menschheit zu ernähren. Er ist überzeugt, dass die Bevölkerungsexplosion kein Grund für den Hunger in der dritten Welt ist und sieht eine veränderte Landwirtschaft, gewinnbringender für die Produzenten, als Lösung. Er appellierte an die Verbraucher, den Fleischkonsum um die Hälfte zu reduzieren und fair gehandelte Produkte zu kaufen. Er plädierte dafür, innerhalb der europäischen Gesellschaft für ein "weniger, anders, besser" im Umgang mit Nahrungsmitteln einzustehen: „Ich will Ihnen nichts verbieten - ich will, dass Sie wieder Freude am Essen haben und Dinge entdecken, die Sie lange vermisst haben." Sein Diskurs blieb nicht ohne Diskussion, die Gäste nutzten den Empfang mit kleinen Häppchen gereicht in der Kirche, rein vegetarisch und hergestellt von einer Jugendwerkstatt, zum Meinungsaustausch.