Bürger geben nicht auf

Die Bürgerinitiative gegen die Schließung der Geburtsabteilung übergibt die Unterschriftenliste an Bürgermeister Friedhelm Fischer (vierter von rechts). (Foto: G. Gosewisch)

Unterschriftenliste soll Geburtsabteilung bewahren

Langenhagen (gg). Die Ankündigung der Geschäftsführung der Paracelsus-Klinik, die Geburtsabteilung in Langenhagen aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen (das ECHO berichtete), wird von den Bürgern offensichtlich nicht stillschweigend hingenommen. Mit Protest wollen sie auf ihre Interessen hinweisen und die Geschäftsführung zur Umkehr bewegen: sie sammelten in den vergangenen sechs Wochen 3.268 Unterschriften für den Erhalt und übergaben nun die Liste an Bürgermeister Friedhelm Fischer. Der wies darauf hin, dass für die Stadtverwaltung keinerlei Zuständigkeit bestehe. Die liege beim Niedersächsischen Sozialministerium und daher werde die Liste dorthin weitergeleitet.
Beflügelt wurde die Aktion in den letzten Tagen durch eine Stellungnahme von Daniel Bahr, Bundesminister für Gesundheit. Irene Diegritz-Qaiyumi, Kinderärztin und in der Paracelsus-Klinik für die Neugeborenen-Versorgung tätig, hatte den FDP-Politiker informiert. „Er hat bestätigt, dass das Niedersächsische Sozialministerium zuständig ist. Von dort aus könnten Fördermittel auf den Weg gebracht werden, damit die Geburtsabteilung erhalten bleibt“, ist sich die Kinderärztin sicher. Um so enttäuschter sei sie, dass Sozialministerin Aygül Özkan ihr „keinen Handlungsbedarf“ mitgeteilt habe. „Man muss wissen, dass die Paracelsus-Kliniken in den letzten Jahren öffentliche Gelder erhalten haben. Das waren hohe Beträge, für den Ausbau der Räume in der Geburtsklinik“, sagt Diegritz-Qaiyumi. Die immer wieder als Grund für die Schließung angeführte „hohe Dichte der geburtshilflichen Versorgung und die ausreichende Versorgung der Frühgeborenen“ in Hannover will sie nicht gelten lassen: „Weite Wege sind für Patienten nicht zumutbar und medizinisch nicht zu vertreten.“ Auch Wolfgang Brörken, Belegarzt in der Geburtsabteilung der Paracelsus-Klinik, schließt sich dem Protest an. Er würde die medizinische Leistung in der Geburtsabteilung wie bisher anbieten wollen, wenn die Rahmenbedingungen wieder eine Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Brörken ergänzt: „Meine gynäkologische Praxis läuft unabhängig davon noch mindestens zehn Jahre.“