Bunte Tüten sorgen für Beunruhigung

Das Rehkitz soll gerettet werden.

Lebensretter: Jäger und Landwirte retten Rehkitze vor dem Mähtod

Langenhagen. Jedes Jahr um diese Zeit nutzen Landwirte die ersten heißen Tage und beginnen mit der Heuernte. So auch in Langenhagen. In den vergangenen Tagen fuhren vielerorts die Mähgespanne los, um das Grünland abzumähen. Bedauerlicherweise fällt die Heuernte genau in die Brut- und Setzzeit unserer heimischen Wildtiere. So fallen deutschlandweit jährlich tausende Rehe, Hasen und andere Wildtiere den Maschinen zum Opfer. Die Problematik besteht darin, dass die Wiesen von den Elterntieren bevorzugt als Kinderstube ausgewählt werden, da sie den Jungtieren optimalen Schutz in der Aufzucht bieten. Hinzu kommt, dass Rehkitze in ihren ersten Lebenstagen einen Duckreflex besitzen und somit nicht bei drohender Gefahr flüchten. Dies schützt die Tiere in erster Linie vor Fressfeinden wie dem Fuchs, jedoch nicht vor den Mähwerken. Aus diesem Grund setzen sich die Jägerinnen und Jäger des Hegering Langenhagen zusammen mit den ortsansässigen Landwirten für eine Rettung der Tiere ein. So mancher Autofahrer hat sich vielleicht schon über die vielen bunten Tüten in der ein oder anderen Wiese gewundert. Diese stellen die Jägerinnen und Jäger bereits 24 Stunden vor der Mahd in die Wiesen und sorgen für Beunruhigung in den Flächen. Dies soll die Ricke dazu veranlassen, ihr Kitz über Nacht aus den Flächen heraus zu führen, sodass am nächsten Tag die Mäharbeiten gefahrenlos beginnen können. Zudem suchen die Jägerinnen und Jäger mit ihren Jagdhunden die Wiesen früh morgens ab und werden oftmals mit Erfolg belohnt. Das gefundene Kitz wird dann in eine angrenzende, sichere Fläche gelegt, wo es die Ricke am Abend wiederfindet.