Busfahrer lässt Mädchen nicht aussteigen

Anklage der Freiheitsberaubung steht im Raum

Krähenwinkel (ok). Der Vorwurf der Freiheitsberaubung steht im Raum, eine Straftat, für die bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe verhängt werden könnte. Ein Busfahrer muss sich am 10. April vor Gericht verantworten; der Mann soll im September zwei Mädchen auf dem Weg zur Schule weder in Krähenwinkel noch an der darauf folgenden Haltestelle rausgelassen haben, obwohl diese den Halteknopf gedrückt und auch laut gerufen hätten. Eine Mutter, die den Bus mit ihrem Auto verfolgt hat, will als Zeugin vor Gericht aussagen. Es geht um die Buslinie 611; das Problem des Ignorierens der Haltestellen besteht nach Auskunft vieler Eltern schon seit Jahren, die Busse sind nach Informationen des ECHO frühmorgens rappeldickevoll. Der Busfahrer, gegen den das Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits einen Strafbefehl von 20 Tagessätzen à 50 Euro erlassen hat, war für ein Subunternehmen der Üstra unterwegs. Pressesprecher Udo Iwannek bedauerte den Vorfall und übte Kritik am Fahrer. Der habe sich strikt an den Fahrplan zu halten; jedes Schulkind müsse da aussteigen können, wo es wolle. Als Konsequenz sollen in Zukunft alle Busse, die aus Richtung Norden kommen und in die Langenhagener Innenstadt wollen, an der Bushaltestelle Eichstraße halten. Das Problem der überfüllten Busse wird dadurch allerdings nicht gelöst.