Bußgelder in vierstelliger Höhe drohen

Anja Herrmann hat zusammen mit ihrem Kollegen auch auf dem Spielplatz Brinker Park nach dem Rechten gesehen.

Corona-Virus: Bei Verstößen versiegeln Vollzugsbeamte die Geschäftstüren

Langenhagen (ok). "Habt ihr Oma lieb?". Wenn Markus Villwock Jugendlichen in Zeiten des Corona-Virus diese Frage stellt, brechen einige von ihnen doch in Tränen aus. Der Verwaltungsvollzugbeamte ist in diesen Tagen unter anderem mit seiner Kollegin Anja Herrmann unterwegs, die beiden haben alle Hände voll zu tun. Jugendlichen, die trotz des klaren Kontaktverbotes in Cliquen auftreten, bekommen von Villwock den Satz zu hören, der zum Nachdenken anregen soll. Mit drei Wagen sind die städtischen Mitarbeiter in Langenhagen unterwegs, achten penibel darauf, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Markus Villwock: "1,50 Meter sind zwar vorgeschrieben, aber zwei Meter wären noch besser." Die Situation sei wirklich ernst, und es seien aktuell auch keine Corona-Ferien. "Es handelt sich um eine Maßnahme zum Bevölkerungs- und Seuchenschutz", macht er deutlich. Und immer noch gebe es Unvernünftige, seien zum Beispiel unbeschäftige Jugendliche auf Spielplätzen unterwegs, die natürlich auch nicht betreten werden dürfen, falls das Flatterband abgerissen worden sein sollte. Das Gleiche gelte auch für Bolzplätze. Das unverantworltiche Verhalten der Jugendlichen könne richtig teuer werden. Markus Villwock: "Wir bewegen uns nicht mehr im Ordnungswidrigkeiten, sondern schon im Strafttatbereich. Dann können Bußgelder in vierstelliger Höhe fällig werden." Villwock und seine Kollegin Anja Herrmann nehmen die Anzeigen nur auf, die Region Hannover bearbeitet sie. Und für Geschäftsinhaber, die sich nicht an die derzeit geltenden Regeln halten, kommt es noch dicker: Bei Verstößen werden die Läden versiegelt, und die Türen bleiben zu, bis die Bestimmungen geändert werden." Aber langsam werde alles besser, und es gebe weniger Permanentverstöße. Anja Herrmann und Markus Villwock sagen unisono: "Wir müssen das Bewusstsein wecken und viel Aufklärung betreiben." Nicht nur die städtischen Mitarbeiter, sondern auch Bundespolizei, Landespolizei und Gesundheitsamt sind unterwegs und unterstützen sich gegenseitig. In gemischten Teams sind Herrmann, Villwock und seine Kollegen mit anderen Rathausmitarbeitern unterwegs, die im Zweifelsfall als Zeugen fungieren könnten. Markus Villwock: "Die vielen Gewerbetreibenden verhalten sich vorbildlich und arbeiten eng mit uns zusammen." Alle müssten jetzt als Gesellschaft zusammenhalten und sollten sich die Empfehlung des Langenhagener Bürgermeisters zu Herzen nehmen. Er sagt: "Leute seid vernünftig und bleibt zu Hause."