Da werden schon mal 100 Euro fällig

Fachkoordinator Markus Villwock macht die geltenden Bestimmungen im Gespräch deutlich. (Foto: O. Krebs)

ECHO bei Corona-Kontrollen auf dem Marktplatz mit dabei

Langenhagen (ok). Ist es Ignoranz oder sehen viele sie einfach wirklich nicht? Die Rede ist von den Schildern, die rund um den Marktplatz und den Kaltenweider Platz aufgestellt worden sind. Sie weisen auf die aktuellen Corona-Bestimmungen, unter anderem auf das Tragen des Mund-Nase-Schutzes hin. Und auch darauf, dass essen, trinken und rauchen an dieser Stelle nicht erlaubt ist. Eigentlich logisch, weil mit Maske nicht möglich. Das ECHO begleitete Ordnungsdienst und Polizei bei einem der regelmäßigen Kontrollgänge über den Marktplatz. Und hat überwiegend Einsicht festgestellt, wenn die Maske mal nicht an dem Platz war, wo sie hingehörte. Doch viele Passanten versicherten, sie hätten die Hinweisschilder nicht gesehen. Sie sind eigentlich auch nicht zwingend notwendig, die Allgemeinverfügung der Region Hannover reicht als Rechtsgrundlage. Dabei handelt es sich um eine Verordnung, deren Einhaltung Pflicht und nicht nur wünschenswert ist. Doch wer kennt die aktuellen Regularien schon aus dem Effeff? Auch viele Fahrradfahrer offensichtlich nicht, denn die meisten waren ziemlich erstaunt, dass sie auf dem Drahtesel eine so genannte Alltagsmaske tragen müssen. Betreten und befahren sind in diesem Fall eben gleichzusetzen. Ein Radfahrer diskutierte sogar solange und zeigte sich uneinsichtig, weil seine Brille beschlage, dass der städtische Fachkoordinator Markus Villwock eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige schreiben wird. Und das wird nicht billig: Beim ersten Vergehen sind 100 Euro fällig, in jedem Wiederholungsfall 150 Euro. Ein anderer uneinsichtiger Mitbürger musste sogar zur Identifitätsfeststellung auf die Wache mitgenommen werden, weil er nach eigener Aussage keinen Personalausweis dabei hatte. Zunächst einmal werde aber auf den Dialog gesetzt. Erst bei fehlendem Verständnis gehe es einen Schritt weiter. Marktmeister Holger Müller hat jedenfalls festgestellt, dass viele Bürger die Maskenpflicht mittlerweile verinnerlicht hätten.
Polizei und Ordnungsdienst arbeiten bei den Kontrollen jedenfalls Hand in Hand und werden das auch in Zukunft gezielt in Angriff nehmen. Auch gastronomische Betriebe, die im November nicht öffnen dürfen, werden unter die Lupe genommen. „In erster Linie wollen wir Bürger aufklären, aber natürlich auch unseren Teil dazu beitragen, dass die hohen Infektionszahlen zurückgehen“, sagt Christoph Badenhop, Leiter des Polizeikommissariats Langenhagen.