Dänische Sicherheit noch ausbaufähig

Sehen Fortbildung in Sachen Sicherheit als immens wichtig an (von links): David Kelstrup, Marco Brandes und sein Auszubildender Niclas Nadler und Thomas Larsen.Foto: O. Krebs

Auszubildende aus Aarhus im Austausch bei MBL- Security & Service

Langenhagen (ok). Die Kriminalitätsrate in Dänemark ist sicherlich nicht mit der in Deutschland zu vergleichen – gleichwohl die Langfinger auch bei unseren nördlichen Nachbarn in den vergangenen Jahren zusehends aktiver geworden sind. Das wissen zumindest Thomas Larsen (19) und auch David Kelstrup (27) zu berichten. Die beiden absolvieren gerade eine Ausbildung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ im Königreich. Eine Ausbildung, die dort etwas anders läuft als in Deutschland. Larsen und Kelstrup haben von August bis Dezember die Fachschule in Aarhus besucht und mit dem ersten Examen die Grundausbildung abgeschlossen. „Bei uns läuft die Ausbildung über drei Jahre im dualen System mit Betrieb und Berufsschule. Wer möchte, kann hinterher noch einen Bachelor oder Master absolvieren“, weiß Marco Brandes, Geschäftsführer von MBL- Security & Service. Die beiden jungen Dänen sind gerade bei einem dreiwöchigen Praktikum in Langenhagen, schnuppern im Rahmen eines EU-Projekts ein bisschen in die deutschen Methoden in Sachen Schutz und Sicherheit hinein. Taktisches Personenschutztraining, Grundlagen der Objektabsicherung, Verteidigungssport, Waffenkunde und Einbruchmeldetechnik – Marco Brandes bringt den beiden diese Themen näher. Was ihm besonders gut gefällt: „ In der Schule in Dänemark nehmen die jungen Leute bereits von Anfang an wichtige Ausbildungsinhalte wie Selbstverteidigung, Brandschutz und Erste Hilfe unter die Lupe. Dafür muss bei uns der Ausbildungsbetrieb Verantwortung zeichnen.“ Nach ihrer Rückkehr nach Dänemark haben Thomas Larsen und David Kelstrup die Möglichkeit, eine einjährige Weiterqualifizierung in Angriff zu nehmen. Zwei Monate Schule und zwei Monate Betrieb im Wechsel. Einen Job zu finden, wird trotzdem nicht ganz einfach. Das Thema Schutz und Sicherheit steckt bei unseren skandinavischen Nachbarn im Vergleich zu Deutschland noch in den Kinderschuhen; auf 36 Absolventen im Ausbildungsjahr von Larsen und Kelstrup entfallen nur 10 Arbeitsplätze. Auf die steigende Kriminalitätsrate – nicht nur in den größeren Städten wie Kopenhagen, Aarhus, Aalborg und Odense – wird aber nach Ansicht der beiden reagiert werden müssen. So sei es heute nicht mehr anzuraten, Fenster u.a. einfach „auf kipp“ stehen zu lassen. „Lange Zeit war es sogar üblich, ein Auto mit laufendem Motor an der Tankstelle stehen zu lassen und zum Bezahlen zu gehen“, erzählen die beiden Dänen und rufen mit ihren Schilderungen Kopfschütteln bei Brandes hervor. Gelegenheit macht auch in Dänemark Diebe, dazu komme ein stetig steigender Drogen- und Alkoholkonsum. Für Marco Brandes ist in Deutschland wie auch in Dänemark Prävention das A und O. Beispiel: Ein Laptop auf dem Beifahrersitz im Kraftfahrzeug oder eine unverschlossene Haustür laden Diebe geradezu ein. Was die eigenen vier Wände angeht: Gute mechanische Sicherungssysteme seien zwar die beste Sicherheitsmaßnahme, aber für Viele eben auch nicht einfach zu bezahlen. Er könne auch gute und preisgünstige Alarmsysteme zur Abschreckung der Einbrecher empfehlen. Alarmsysteme, die auch bei der Ausbildung in Deutschland gelehrt und den Schulen teilweise von Vertriebsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Und das ist eine der vielen Erfahrungen, die David Kelstrup Ende Januar mit aus Langenhagen nach Dänemark nimmt: Er müsse unbedingt mit den Dozenten über einen Schulterschluss mit der Wirtschaft reden. Nur mit der Unterstützung von Sponsoren könne eine „Win-Win-Situation“ entstehen und der neueste Stand ins Sachen Sicherheit bei der Ausbildung gewährleistet sein.