"Das Berufswahlspektrum fehlt"

Erfahrungsaustausch beim ersten virtuellen Ausbilderfrühstück

Langenhagen (ok). Frühstückszeit war es nicht und auch nicht real, aber das erste digitale Ausbilderfrühstück des Verbundes pro regio. 42 Teilnehmer aus verschiedenen Betrieben und Schulen waren vor den Bildschirmen mit von der Partie und tauschten sich vor allen Dingen über die Rahmenbedingungen und Aussichten von Schülern und Auszubildenden in Corona-Zeiten aus. Nathalie Röder, an der Robert-Koch-Realschule und der Leibniz IGS für das Thema Ausbildung zuständig, berichtete über die Corona-Situation und machte deutlich, dass gerade der neunte Jahrgang in Sachen Berufswahl stark von der Pandemie betroffen sei. Die Schüler hätten lediglich ein halbes Praktikum absolvieren können. Nathalie Röder: "Kompensationsmaßnahmen ersetzen nicht die Praxis."Extrem viel Unsicherheit herrsche auch im zehnten Jahrgang, wo viele in die Oberstufe gehen wollen, nicht zuletzt, weil ihnen Alternativen fehlten und sie nicht wüssten, was sie machen sollen. Nathalie Röder: "Die Berufswahlspektrum fehtl."Berufswünsche beschränkten sich oft auch Ausbildungsplätze wie zum Beispiel Erzieherin, medizinische Fachangestellte, Kfz-Mechatroniker oder Bankkauffrau oder -mann. Der Fokus an der RKS liege im Moment eindeutig auf den Jahrgängen neun und zehn, der Zukunftstag werde in diesem Jahr auch digital über die Bühne gehen. Angeregt wurde beim Ausbilderfrühstück auch eine zentrale Platrtform für Langenhagen, um den Jugendlichen den Zugriff auf die Ausbildungsplätze zu erleichtern.
Was das Thema Home-Office angeht, so sieht Annette v. Stieglitz, Leiterin der Volkshochschule eine gro0e Gefahr der Spaltung. Nicht jeder Schüler oder Auszubildende sei in der Lage, sich selbst zu organisieren und die notwendige Selbstdiszplin aufzubringen. Jens Monsen, Wirtschaftsförderer der Stadt Langenhagen, findet es wichtig, die Auszubildenden nicht allein zu lassen und auch soziale Kompetenz zu vermitteln. Im Home-Office fehle der Kontakt zu den Kollegen. Jens Monsen: "Es ist auch wichtig, den Azuszubildenden zu formen und auf seinem Weg nicht allein zu lassen. Das bleibt auf der Strecke." Und auch die Auszubildenden selbst präferierten nach den Erfahrungen vieler Unternehmen nicht das Home-Office, sondern suchten auch den Kontakt zu den anderen Mitarbeitern.
Das nächste Frühstück soll im Herbst auch wieder auf diese Art und Weise über die Bühne gehen, sollte es nicht anders möglich sein. Aber wie die Jugendlichen wünschten sich auch die Erwachsenen lieber den direkten Kontakt und persönlichen Austausch im Ratssaal.