"Das ist aktives Hinterslichtführen"

Sind ziemlich sauer über die Erweiterungspläne: Mitglieder und Sympathisanten der "Bürgerinitiative Seestädte". (Foto: O. Krebs)

Bürgerinitiative, CDU und BBL machen gegen Weiherfeld-Erweiterung mobil

Kaltenweide (ok).Wer dachte, das Thema sei erst einmal vom Tisch, hat sich schwer getäuscht. Die Stadt Langenhagen hat bei der Region Hannover die Löschung des Landschaftsschutzgebietes "Wietzetal" beantragt. Der Löschungsbereich liegt in Kaltenweide zwischen dem nordöstlichen Rand des Baugebietes Weiherfeld und der Siedlung Altenhorst. In Altenhorst hat sich schon seit Längerem eine "Bürgerinitiative Seestädte" formiert; die Betroffenen hatten mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt und Bürgermeister Mirko Heuer übergeben. Alles für die Katz? Zumindest empfinden die Altenhorster das so, fühlen sich ohnmächtig im Kampf gegen die Verwaltung. Auch CDU und BBL im Kaltenweider Ortsrat zweifeln die Aktion der Verwaltung stark an. "Das ist aktives Hinterslichtführen der Bürger", sagt ein erboster Helge Engelke. Wie seine zahlreichen Mitstreiter kann er nicht verstehen, dass die Auswirkungen auf Natur und Landschaft nicht vor der Löschung in einem Gutachten beurteilt werden. In zehn Jahren solle erst gebaut werden, dann sei doch keine Eile geboten. Die Stadt habe doch die Hand drauf. Überhaupt würde mit Bebauung in geförderte Agrarumweltmaßnahmen eingegriffen, die Artenvielfalt auf der Fläche gehe verloren, der dörfliche Charakter Altenhorsts ohnehin.  "Hier leben noch Rebhühner, Milane und Lerchen", sagt Ulrike Stoellger. Von den Rehen ganz zu schweigen. Als Ausgleichsfläche solle ein Gebiet westlich der Wietze herangezogen werden, wo der Eisvogel leben soll. Einige Mitglieder der Bürgerinitiative können dem nicht so recht Glauben schenken, sei er doch eher an schroffen Gebirgsabschnitten zu Hause.
Ein weiteres großes Problem, das die Altenhorster im Zusammenhang mit der Erweiterung sehen, ist die Infrastruktur. Die Schulen seien heute schon ausgelastet, die Busse und Bahnen in Richtung Langenhagens Zentrum voll. Und: Es gebe nach Norden aus dem Weiherfeld und aus Altenhorst nur die Ausfahrt am Kreisel;i in Richtung Süden sei das Verkehrschaos am Hainhäuser Weg vorprogrammiert. Bedenken und Anregungen können noch bis nächsten Mittwoch, 26. September, bei der Stadt Langenhagen oder der Region Hannover vorgebracht werden. Mehr Informationen unter www.langenhagen.de oder www.hannover.de.