„Das ist für mich Kultur“

Einfach so gefällt: Wilhelm Eike vor dem Stumpf einer Eiche, der etwa einen Durchmesser von 1,20 Meter aufweist.Foto: O. Krebs

Engelbostel: Wilhelm Eike sauer über gefällte Eichen

Engelbostel (ok). Es treibt Wilhelm Eike, SPD-Fraktionsvorsitzender im Engelbosteler Ortsrat, die Tränen in die Augen, wenn er an die abgeholzten Eichen allein im vergangenen Jahr denkt. Acht seien es in Alt-Engelbostel gewesen, einige von ihnen mehr als 200 Jahre alt. Für Eike Frevel an der Natur. Nur: Rein rechtlich sei da nichts zu machen; die CDU hatte die Baumschutzsatzung ja vor einigen Jahren abgeschafft. Eike: "In der Dorfgestaltungssatzung von 1985 ist auf Dächer, Zäune und Außenfassaden Rücksicht genommen worden, nur der Schutz der Bäume fehlt." Doch auf Nachfrage des ECHO machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Köhler deutlich, dass das Thema bald wieder auf der Agenda stehen könnte. Denn: Nach der Eingabe eines Bürgers, was diese Angelegenheit angeht, tagt im Februar der Petitionsausschuss. SPD und Grüne haben nach Aussage Köhlers schon positive Signale gesendet. Einschränkung: Die Gehölze dürften nicht zu klein und nicht zu dünn sein, um Akzeptanz beim Bürger zu erzielen. Für Eike ist unverständlich, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, Bäume abzuholzen, auch wenn das eine Menge Geld bringe. „Das ist für mich Kultur, und wo sollen sich die Vögel denn niederlassen.“ Und nachgepflanzt werde schließlich auch nicht, dafür gebe es ja keine Auflage. Eike: „Wenn eine Birke gefällt ist, steht nach fünf bis zehn Jahren wieder ein neuer Baum. Bei einer Eiche sieht das schon anders aus.“