"Das machen die Knochen nicht mehr mit"

Verfolgt die Erfolge der Blau-Gelben immer noch intensiv: Friedel Bertram.

Friedel Bertram feiert 80 Jahre Blau-Gelb-Mitgliedschaft

Langenhagen. Wir schreiben das Jahr 1935. Friedel Bertram ist 19 Jahre alt und beschließt, nun endlich seine radsportlichen Aktivitäten in einem Radsportverein fortzusetzen, um als lizenzierter Fahrer an Rennen teilzunehmen. Er tritt in den noch jungen Verein „RC Diamant Hannover“ ein, ein Industrieverein, gesponsert von den Diamant-Fahrradwerken in Chemnitz. Seine Rennerfolge lassen anfangs zu wünschen übrig, doch das ändert sich. Bald steht er auch schon mal ganz oben auf dem Siegertreppchen und so wird man auch außerhalb Hannovers auf den Siegfahrer aufmerksam. Schließlich gehört er zu den Fahrern der Nationalmannschaft, die an den Auswahlrennen für die Olympiamannschaft teilnehmen. Leider unterbrachen die Kriegsjahre Bertrams Radfahrträume und bei Kriegsende war er altersbedingt nicht mehr in der Lage, eine neue große Karriere zu starten.
In dieser Zeit war es für Rennfahrer, die durch ihren Verein gefördert wurden, selbstverständlich, nach ihrer Rennfahrerzeit ihren Verein durch ehrenamtliche Tätigkeiten zu unterstützen. So begleitete Bertram seinen Verein - nach Kriegsende zunächst als „Blau Gelb Hannover“, ab 1969 als „Blau-Gelb Langenhagen“ - in mehreren Aufgabenstellungen. Er war aktiv als 2. Vorsitzender, Sozialwart und Mitglied des Bauausschusses, verantwortlich für den Bau des Clubhauses 1975. Selbstverständlich blieb er auch seiner Rennmaschine treu und fuhr mit den älteren Rennfahrern noch viele Kilometer.
Heute lebt Friedel Bertram in einem Seniorenheim in Hameln in der Nähe seiner Kinder. Er freut sich immer mächtig, wenn er etwas von den Erfolgen der Blau-Gelben hört und den Tag seiner 80-jährigen Vereins-Mitgliedschaft am Jahresanfang sieht er als den Jahreshöhepunkt schlechthin. Allerdings wird sich sein größter Wunsch, noch einmal auf seiner Rennmaschine zu sitzen, nicht erfüllen lassen. „Da machen die Knochen nicht mehr mit“, so der 98-Jährige.