Das „volle Programm“

Viele der Anwohnerinnen und Anwohner am Wollgrasweg bekommen nachts kein Auge zu.Foto: O. Krebs

Wollgrasweg: Anwohner vom Lärm genervt

Kaltenweide (ok). Nachts kein Auge zuzubekommen und morgens dann wie gerädert aufwachen – eine wahre Horrorvorstellung, die für viele Anwohnerinnen und Anwohner des Wollgrasweges zur Realität geworden ist. „Gerade die Güterzüge nachts rauben einem den letzten Nerv“,sagt Elke Berlin. Die einseitige Lärmschutzwand auf der anderen Seite der Bahnstrecke potenziere den Lärm nur noch. Zwar stehe in den Verträgen der Häuslebauer, dass „zeitnah“ eine Lärmschutzwand komme solle, aber dieser Begriff sei eben dehnbar. So hat Maik Pragasky, Kandidat der FDP, für diesen Wahlbereich von der Stadtverwaltung die Aussage bekommen, dass vor 2014 nichts passieren. Für die Anwohnerinnen und Anwohner keine rosigen Aussichten, zumal es da ja noch den Bahnübergang an der Altenhorster Straße gebe. Der sei im Laufe der Jahre so weit abgesackt, dass laut rumpele und poltere, wenn ein landwirtschaftliches Fahrzeug oder ein Lastwagen darüberfahre. „Und von denen fährt keiner die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer“, so Jürgen Reinert, der sich hier stärkere Kontrollen der Polizei wünscht. An Ideen mangelt es den Familien im Wollgrasweg nicht, Elke Berlin sieht auch Laubbüsche an der Bahnlinie als Alternative um den Schall zu schlucken. Nur irgendetwas müsse doch passieren, so könne es nicht weitergehen. Dazu komme noch bei ungünstigen Windverhältnissen der Lärm von der Autobahn und der Fluglärm, der aber am allerwenigsten störe und natürlich allen bekannt gewesen sei. So zu sagen das „volle Programm“, was die Geräuschkulisse angehe. Sicher wissen die Anwohnerinnen und Anwohner, dass letztendlich die Deutsche Bahn AG ihr Ansprechpartner sei, nur: „Wir fühlen uns von der Stadt im Regen stehen gelassen“, sagt Valeska Fraatz.