Delegierte sollen Senioren wählen

Vorsitzende Christa Röder zieht Kandidatur nach Satzungsänderung zurück

Langenhagen (ok). Haben die Mitglieder des Seniorenbeirates die „ausgestreckte Hand der Politiker“, wie es der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Grabowsky, formulierte, nicht angenommen? Oder liegt der Seniorenbeirat mit seiner Einschätzung richtig, dass mangelnde Wertschätzung vorliegt, weil dem Gremium die gewünschte Urwahl verwehrt werde? Elke Zach (SPD) verneint das vehement, sie dankte dem Seniorenbeirat für die sachlichen und konstruktiven Gespräche und habe eine große Wertschätzung für das Gremium. Ihr sei es im Übrigen völlig egal, wie sie gewählt werde, wenn sie für eine Sache brenne. Genau wie die Wahl zum Integrationsbeirat und zum Beirat für Menschen mit Behinderungen müsse die Wahl zum Seniorenbeirat eine Delegiertenwahl sein. Wobei Elke Zach da falsch informiert ist, denn die Wahl zum Beirat für Menschen mit Behinderungen ist als Urwahl gelaufen, wie Bürgermeister Mirko Heuer bestätigte. Heftige Kritik musste Elke Zach auch von Andreas Eilers (WAL) einstecken. Den hatte sie zu einer interfraktionellen Runde mit dem Seniorenbeirat im Vorfeld nicht eingeladen. Sinngemäße Begründung: Eilers verkehre mit einem Politiker, der keinerlei Toleranz übe und Menschen diskriminiere. Deshalb setze sie sich auch mit Eilers nicht an einen Tisch. Sie könne schließlich einladen, wen sie wolle. Letztendlich sprach sich die deutliche Mehrheit des Rates der Stadt Langenhagen jetzt trotz eines heftigen Plädoyers Christa Röders, der Vorsitzenden des Seniorenbeirats, für eine Delegiertenwahl aus. Für eine Urwahl machten sich außer Andreas Eilers (WAL) noch Ute Biehlmann-Sprung und Horst-Dieter Soltau (beide CDU) sowie Felicitas Weck (Linke) stark. Die Eckpunkte des Beschlusses: Die Wahlzeit beträgt zwei Jahre; die Neuwahl soll am 18. Januar 2019 stattfinden;Organisationen und Langenhagener Heimbeiräte können Bewerber vorgeschlagen, aber Einzelkandidaturen sind auch möglich. Gewählt werden sollen maximal elf Mitglieder, und es gibt eine Nachrückerliste. Zusätzlich zu den elf Mitgliedern entsendet die Politik aus ihrer Mittte vier Abgeordnete ohne Stimmrecht.
Der Zeit des amtierenden Seniorenbeirates endet am 31. Oktober; es gibt also eine Vakanz von zweieinhalb Monaten. Die bisherige Vorsitzende Christa Röder zieht die Konsequenzen aus der Änderung der Satzung und zieht ihre Kandidatur zurück. Ihre Begründung im WortlauT: „Die Sattzungsänderung vom 27. August ist inhaltlich mit meinem Verständnis von Demokratie und Unabhängigkeit eines Gremiums nicht vereinbar. Die Seniorinnen und Senioren in Langenhagen, für die ich arbeiten möchte, haben einen Anspruch darauf, ihr Gremium wie in den vergangenen zwölf Jahren selbst zu wählen. Und weiter: „Da die Beteiligung der Politik im örtlichen Seniorenbeirat eien Mitgliedschaft im Landesseniorenbeirat ausschließt, bitte ich die Mitgliedschaft dort zum 31. Oktober zu kündigen.“