Demonstration vor den Toren

Demonstrative Solidarität (von links): Christoph Feldmann (verdi), Silke Lesemann, Fritz Wilke, Marcus Schmidt (UPS-Mitarbeiter), Marco Brunotte und Angelika Wilke (ver.di-Mitglied). (Foto: G. Gosewisch)

Harte Kritik von Marco Brunotte an UPS

Langenhagen (gg). Anschuldigungen formulierte nun Marco Brunotte als SPD-Landtagsabgeordneter gegen das Personalkonzept des UPS-Paketzentrums Langenhagen. Rund 500 Arbeitsplätze bietet der international arbeitende Konzern am Standort Rehkamp 15. In einer gemeinsam mit der SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann verfassten Erklärung schreibt Brunotte von „dubiosen Arbeitsverträgen“ und fordert „faire Entlohnung“ - ein Solidaritätspapier, das symbolisch an ver.di-Vertreter vor dem UPS-Gelände überreicht wurde. Im Gespräch mit dem ECHO erklärt er: „Das UPS-Geschäftsmodell basiert auf hoher Flexibilität der Arbeitnehmer. Ein Arbeitsplatz sollte ein vernünftiges Einkommen gewährleisten. Kettenarbeitsverträge sind zu verhindern – ein Ansatz, der in der Landesregierung diskutiert werden muss.“ Von UPS gibt es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme. Nach Aussage von Brunotte habe er in Bezug auf das Solidaritätspapier keine Gespräche mit der UPS-Personalleitung geführt. Ziel des Papiers sei aber Kommunikation. Vor etwa einem halben Jahr habe er im Rahmen seiner üblichen Unternehmensbesuche mit der UPS-Leitung am Standort gesprochen. Allgemein bekannt ist das UPS-Personalkonzept: Übertarifliche Entlohnung und Teilzeitverträge, da Leistung nur in kurzen Zeitfenstern (Be- und Entladung der Tourenwagen) erforderlich ist.
ver.di will das anders. Gefordert werden Vollzeit-Arbeitsverträge und mehr betriebliche Mitbestimmung. Kritisiert wird, dass UPS Überstunden bezahlt und angeblich nur denen gewährt, die nicht krank sind oder sich nicht-kritisch verhalten. „Gezahlt wird ein Stundenlohn von 14,51 Euro brutto“, sagt Fritz Wilke, UPS-Mitarbeiter und Vertrauensleute-Sprecher. Vor dem Arbeitsgericht sei seine Klage gegen UPS in Bearbeitung. Nach seinen Angaben geht es um Abmahnungen, die zurückgenommen werden sollen. Ein außergerichtlicher Vergleich werde vorbereitet.