Den Krähenwinkelern stinkts gewaltig

Gülleausbringung war keine nette Osterüberraschung

Krähenwinkel. Das war kein nettes Osterei, das den Anwohnern rund um den Hohen Kamp in Krähenwinkel da ins Nest gelegt wurde: Denen hats nämlich zu Ostern gewaltig gestunken, dass einer oder sogar mehrere Landwirte Gülle und andere flüssige organische Düngemittel auf ihren Flächen ausgebracht haben. „Wir konnten über die gesamten Ostertage kein Fenster aufmachen, geschweige denn auf der Terrasse sitzen oder uns im Garten aufhalten", so ein Anwohner im Gespräch mit dem ECHO. Er und andere hätten sich an die Stadt Langenhagen und den Ortsrat gewandt. Aber am Gestank hat das natürlich nichts mehr geändert. Hannes Milatz, nach dem Rücktritt von Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel vor wenigen Wochen, amtierender Ortsbürgermeister wurde ebenfalls von Anwohnern angesprochen und wandte sich mit der Bitte um Klärung an die Stadt Langenhagen. Tastsächlich sind die Landwirte berechtigt, im April Gülle und anderen organischen Dünger wie Klärschlamm auszubringen. Helmut Büch von der Stadt Langenhagen antwortete Milatz auf dessen Nachfrage, er habe sich bei der Landwirtschaftskammer noch einmal schlau gemacht. Sperrfristen, in denen die Ausbringung untersagt sei, gebe es nur im Dezember und Januar, wenn die Vegetation ohnehin keinen Nährstoffbedarf habe. Darüber hinaus dürfe der Boden weder gefroren noch übernässt sein. Ansonsten scheine es im Belieben des Landwirtes zu stehen, wann er das tue oder lasse. Büch schreibt Hannes Milatz aber auch: „Der vernünftige Landwirt sollte wohl so viel Anstand und Benehmen besitzen, keine Gülle am Wochenende, vor Feiertagen oder unmittelbar davor auszubringen. Zudem sollte er die Windrichtung beachten und in Siedlungsnähe nur dann düngen, wenn der Wind den Gestank nicht direkt in Richtung der Wohngebiete bläst." Eine „vernünftige“ Regelung, die dann auch eine Nichtbeachtung sanktioniere, habe er aber bei der Durchsicht der entsprechenden Verordnung auf den Seiten der Landwirtschaftskammer nicht gefunden, so Büch. So sieht es auch der amtierende Ortsbürgermeister: „Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte dieser Vorfall, der viele Bürger sehr verärgert hat, vermieden werden können.“ Gülle in solcher Nähe zu Wohngebieten auszubringen, direkt vor den Feiertagen, in einer Zeit, wo alle zuhause bleiben sollen, sei doch sehr unbedacht, vorsichtig formuliert, so Milatz.