„Den Tagen mehr Leben geben“

Engagieren sich auf dem Feld der Onkologie (von links): Dr. Steffens, Katrin Welter (Projektkoordination MHH); Dr. Reschke, Dr. Wildfang, Sabine Malinka, Prof. Reinhardt, Dr. Ehlers.Foto: broska&brüggemann/O. Vosshage

Festakt anlässlich der Verleihung des Niedersächsischen Krebspreises

Langenhagen. Der achte NIO-Krebspreis wurde jetzt mit einem Festakt im Rahmen des NIO-Kongress 2013 im Maritim Airport Hotel in Langenhagen überreicht.
Der mit 10. 000 Euro dotierte und bundesweit ausgeschriebene Krebspreis des Berufsverbandes der Niedergelassenen Internistischen Onkologen Niedersachsen (NIO Niedersachsen) wurde in diesem Jahr geteilt, und es wurden zum ersten Mal Einrichtungen aus Hannover ausgezeichnet.
Die Preisträger 2013 sind: Dirk Reinhardt, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), und sein Team, mit ihrem Projekt „Aufbau eines besonderen Versorgungsangebotes für Krebspatienten in der Adoleszenz“.
Hier wird in einer Kooperation der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie und der lnternistischen Hämatologie/Onkologie am Tumorzentrum der MHH ein spezielles Betreuungskonzept für an Krebs erkrankte Jugendliche und junge Erwachsene aufgebaut. Es orientiert sich nach dem Vorbild des Teenage Cancer Trust an den Bedürfnissen und Wünschen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dank der Unterstützung der Thorben-Müller-Jugendkrebsstiftung wurden spezielle Angebote entwickelt und realisiert. Für den weiteren Ausbau des Projekts und die Verwendung des Preisgelds gibt es eine Reihe von Plänen und Zielen. Höchste Priorität hat der Aufbau einer moderierten Internetplattform, die den Jugendlichen den Chat im geschützten virtuellen Raum ermöglicht.
Und: „Leben mit Metastasen“, das Projekt des Krebsberatungszentrums des Caritasverband Hannover, geleitet von Ingeborg Wildfang und Psychoonkologin Sabine Malinka.
Ausgezeichnet wird damit ein offenes Gruppenprogramm für Menschen mit Metastasen und deren Angehörige, das als Pilotprojekt von Oktober
2011 bis November 2012 geplant, durchgeführt und in Stichproben mit Fragebögen evaluiert wurde und nun ab Januar 2013 mit einigen bedarfsgerechten Veränderungen weitergeführt wird. Eine Projektgruppe mit Vertretern aus Medizin, Psychoonkologie, Selbsthilfe und dem Palliativ-/Hospizbereich hatte das Konzept für dieses Projekt entwickelt. Koordiniert wird es durch das Krebsberatungszentrum des Caritasverbandes Hannover mit seinem starken Team, das bei der Preisverleihung nahezu geschlossen anwesend war und sich sichtlich über die Auszeichnung durch die NIO freute. Das Preisgeld soll für das Gruppenprogramm, zum Beispiel für Raumkosten, Getränke, Flyer und Arbeitsmaterialien verwendet werden.
Die Ehrung der Preisträger wurde durch die drei NIO-Vorstände Claus-Christoph Steffens (1. Vorsitzender), Daniel Reschke (1. Stellvertreter) und Hans-Ulrich Ehlers (2. Stellvertreter), vorgenommen, die die Urkunden und Schecks überreichten.
Die Laudatio auf die Preisträger und ihre nachahmenswerten Projekte hielt Ulrich Kleeberg, Gründungsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin (APM) in der Deutschen Krebsgesellschaft, Hamburg. Er würdigte die erfolgreiche Arbeit der Preisträger, indem er ihre Bedeutung für die Behandlung von Krebspatienten, insbesondere im Rahmen der heutigen Möglichkeiten unterstrich:
„Man kann die Krebserkrankung durch eine bewusste Lebensführung beeinflussen… Aber hier können die Onkologen die Patienten nicht allein betreuen.“ Dazu brauche es Unterstützung durch Netzwerke und engagierte Projekte wie diese, so Kleeberg, die einen wichtigen Zweck erfüllen, denn: „Es ist wichtiger, den Tagen mehr Leben zu geben, als dem Leben mehr Tage.“
Auch im nächsten Jahr wird der niedersächsische Krebspreis wieder vergeben. Die Ausschreibung für den neunten NIO-Krebspreis und weitere Informationen werden ab Frühsommer 2013 auf der Internetseite des NIO veröffentlicht: www.nio-niedersachsen.de




Engagieren sich auf dem Feld der Onkologie (von links): Dr. Steffens, Katrin Welter (Projektkoordination MHH); Dr. Reschke, Dr. Wildfang, Sabine Malinka, Prof. Reinhardt, Dr. Ehlers.Foto: broska&brüggemann/O. Vosshage