Der Albtraum für Wildtiere

Zum Toben sind Spielplätze, nicht aber die Naturschutzgebiete geeignet. (Foto: Daniela Thiele)

Hegering bittet Osterspaziergänger um Rücksicht

Langenhagen (dt). Wenn die versteckten Ostereier gefunden und der Osterbraten gegessen wurde, dann nutzen viele das – hoffentlich schöne – Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang. Zusammen mit der Familie genießt man die ersten Frühlingstage in der Natur und freut sich über das Zwitschern der Vögel. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!“, stellte schon Goethe bei seinem Osterspaziergang in „Faust“ zufrieden fest. Was viele Spaziergänger jedoch nicht bedenken: Es ist Setz- und Brutzeit und für so manch ein Tier kann der menschliche Spaziergang zum wahren Albtraum werden. „Man muss nicht immer quer durch den Wald oder über die Wiesen rennen und dabei die Fauna in Unruhe bringen“, kritisiert Hegeringleiter Heinrich Biester aus Langenhagen. Sicher, er verstehe, dass Kinder und Hunde toben wollen, aber dafür gäbe es Spielplätze und Hundewiesen. Für Hunde gilt laut des Niedersächsischen Feld- und Forstordnungsgesetzes (FFOG) ohnehin, dass sie in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli im Wald und in der freien Landschaft nur an der Leine geführt werden dürfen. Wer sich nicht daran hält, kann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.
Viele Bruttiere benötigen auch tagsüber ihre Ruhe und es sei zur Unsitte geworden, in jedem Busch rumrennen oder die Wiesen nach Fröschen absuchen zu müssen. Hasenjungen würden gestört, Bodenbrüter flüchten von ihren Nestern und lassen die Eier allein, Rehe würden in Richtung Straße gejagt werden.
Biester beobachte immer wieder eine große Uneinsichtigkeit bei Spaziergängern, betont aber auch, dass sich die meisten richtig benehmen würden. Der Hegering wolle keine Regeln für Spaziergänger aufstellen, sondern appelliere an deren Vernunft. Auf den Wegen bleiben und ausgewiesene Hundewiesen nutzen – wenn das beachtet werden würde, dann „hätten wir viel für die kleine Natur um uns rum getan“.