Der Anlass für einen Großeinkauf

Auktionator Wolfgang Hofmann behielt den Überblick.Fotos: D. Lange

Fahrräder- und Fundsachenversteigerung im Rathaushof

Langenhagen (dl). Bei der ersten Versteigerung in diesem Jahr im Rathausinnenhof kamen nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht insgesamt 55 Fahrräder, vier Autoreifen auf Alufelgen und diverse allgemeine Fundsachen unter den Hammer. Dazu eine Reihe von Gegenständen aus einem Nachlass, deren Versteigerungserlös dem Hilfsfonds „Langenhagener helfen Langenhagenern“ zu Gute kommen wird. Neben einer Musikanlage, diversen Lampen und einer Stichsäge gehörte auch eine altertümliche Nähmaschine mit Unterschrank zu diesem Nachlass, für die sich aber kein Abnehmer fand und die deshalb wohl wieder in den Keller wandert. Auf den bei Auktionen sonst üblichen Hammer musste der Auktionator Wolfgang Hofmann zwar verzichten, aber auf einem Stuhl stehend, behielt er dennoch routiniert die zahlreichen Gebote im Blick und so wechselten die Fahrräder und die anderen Fundsachen innerhalb von zwei Stunden den Besitzer, wenn auch teilweise nur für einen Euro, so wie beispielsweise eine Bibel oder ein Fanschal vom FC Magdeburg, den sich ein Magdeburger sicherte. Darüber hinaus wurden einige Navigationsgeräte, Uhren und sogar Krawatten aufgerufen. Die Preisspanne bei den 55 Fahrrädern reichte von einem Euro bis zum Höchstgebot von 106 Euro. Größtenteils werden die Räder aber noch ein wenig Arbeit und Pflege benötigen, bis man schließlich damit fahren kann. Nur einige wenige waren wirklich in einem gebrauchsfähigen und verkehrstüchtigem Zustand. Es gehört eben immer auch etwas Glück dazu. Glück hatte offenbar auch der neunjährige Fadel Wehbe, dessen Eltern aus dem Libanon stammen und für die eine solche Versteigerung ein willkommener Anlass für einen Großeinkauf war. „Wir sind eine große Familie“, sagt Fadel, „und die meisten Sachen bekommen meine Eltern oder die Verwandten. Er sicherte sich ein oder zwei Fahrräder sowie vier Autoreifen und ergänzte: „Was wir hier nicht brauchen, bekommt die Familie im Libanon."